Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Klimawandel in Neuseeland: Starkregen als Folge von Hitzewellen

Viele Neuseeländer und Touristen haben sich über die lange andauernde Hitzewelle im Sommer 2018/19 gefreut. Nach den herrlich warmen Sommertagen und dem badewannenwarmen Wasser kam nun im März die Kehrseite der Medaille zum Vorschein: Regen, Regen und noch mehr Regen.

Die Westküste der Südinsel, eingeklemmt hinter den Bergen der Southern Alps, erlebte Ende März Regenmassen, die nach Aussage des National Institute of Water and Atmospheric Research (Niwa) normalerweise seltener als einmal im Jahr auftreten. Selbst an der traditionell regenreichen Westcoast fallen normalerweise nicht mehr als 50 Zentimeter Niederschlag binnen 1,5 Tagen.

Dismal hatte Petrus aber Hilfe bekommen. Das durch die Hitzewelle extrem aufgeheizte Wasser der Tasman Sea, ein Ausläufer tropischer Feuchtigkeit von Australien und der Tropensturm Veronica, der über die Nordwestküste von Australien zog, sorgten für zusätzliche Power im Wettermix.

Betrachtet man die Wassertemperaturen der Tasman Sea, herrscht in Neuseeland immer noch Sommer. Das Wasser ist auf einem breiten Streifen der östlichen Tasman Sea von Tasmanien bis nach Neuseeland um 3 bis 4 °Celsius wärmer als normalerweise.

Die Wettersysteme, die über den erwärmten Meeresregionen liegen, erhalten durch die zusätzliche Verdampfung enorm viel Feuchtigkeitszufuhr, aus der dann große Regenwolken entstehen. Eine deutlich abgrenzbare Zunge an feuchter, subtropischer Luft reichte von Australien bis an die Westcoast. Diese Luft war von zwei Zyklonen erfasst und tausende Kilometer nach Osten gezogen worden, wo sie gezwungen wurde, über die Southern Alps aufzusteigen – was zu schweren Regenfällen führte.

Die Folgen von mehr als 50 Zentimeter Niederschlag waren auf der einen Seite Erdrutsche und weggespülte Straßen und Brücken. Positiv zu werten ist, dass die Stauseen nach der langen Trockenheit des Sommers wieder aufgefüllt wurden.

Niwa hat bestätigt, dass dies bereits das zweite aufeinanderfolgende Jahr war, in dem sich Teile der Tasman Sea und des Pazifiks östlich von Neuseeland so sehr erhitzt haben. An der Oberfläche ist die Tasman Sea aktuell bis zu 4 ° Celsius wärmer als im Durchschnitt, die Küsten der Hawke's Bay, von Marlborough und Canterbury sind bis zu 3° Celsius wärmer. Einige Hotspots im Osten des Landes sind sogar noch 1° Celsius wärmer als 2018.

Welche Folgen dieses dauerhaft wärmere Wasser für die Ökosysteme haben wird, kann derzeit noch kein Wissenschaftler voraussagen. Einige Fischer freuen sich, weil Arten wie der Snapper, der warmes Wasser mag, nun weiter nach Süden ziehen und dort gefischt werden können. Andere Arten wie der Dorsch, der kälteres Wasser mag, könnten allerdings ganz ausbleiben und damit den Bestand von Meeressäugern wie Seebären, Delfinen und Pinguinen beeinflussen. Auch Muschel- und Pauabänke könnten durch die steigenden Wassertemperaturen großen Schaden nehmen.

Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren in den Meeren um Neuseeland absehbar weiterhin hohe Wassertemperaturen erzeugen – und zusammen mit den freudig begrüßten Hitzewellen wohl auch zu mehr und stärkeren Überschwemmungen führen.

(Jenny Menzel)

Goto Top