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Was es mit dem Gummistiefel-Freitag in Neuseeland auf sich hat

Wer an Depressionen leidet, fühlt sich jeden Tag, als würde er durch tiefen Schlamm stapfen. Deshalb ruft die Initiative Gumboot Day am 5 April alle Neuseeländer dazu auf, diesen Menschen ihre Unterstützung zu zeigen: indem sie einen Tag lang Gummistiefel tragen und „in den Schuhen der Betroffenen laufen“. Außerdem werden an vielen Orten in Neuseeland Spenden in Form von Goldmünzen gesammelt.

Die witzige Initiative hat einen sehr ernsten Hintergrund: Neuseeland hat eine der höchsten Selbstmordraten der Welt. Vor allem Kinder und Jugendliche leiden viel häufiger an Depressionen als in anderen Staaten, und sie werden vom Gesundheitssystem bisher kaum aufgefangen.

Allein im Jahr 2018 starben 137 junge Menschen durch Suizid, geschätzte 3500 weitere versuchten, sich das Leben zu nehmen. Gleichzeitig dauert es in Neuseeland bis zu sechs Monate, um einen Termin bei einem Psychologen oder Psychiater zu bekommen.

Der Gumboot Day erinnert die Neuseeländer daran, dass es wichtig ist, über Depressionen und Selbstmordgedanken offen zu sprechen – es ist ein wenig unangenehm, aber nicht unangenehmer, als einen Tag lang Gummistiefel zu tragen.

Ärztliche Begleitung bei Depressionen muss gerade für Kinder und Jugendliche kostenfrei und schnell zur Verfügung stehen. Mit einer anvisierten Spendensumme von 2 Millionen Neuseeland-Dollar will die Wohltätigkeitsorganisation I AM HOPE, gegründet vom Neuseeländer des Jahres 2019 Mike King, genügend Beratungsstunden für Kinder in Not finanzieren.

Mitmachen kann jeder, ob alt oder jung, Neuseeländer oder Tourist. Spenden können direkt in jeder Filiale der Kiwibank abgegeben werden. Sammelboxen stehen in vielen Geschäften, Schulen und bei öffentlichen Events. Und natürlich kann jeder online über die „Give a little“-Website von I AM HOPE eine Spende einzahlen.

Unterstützt wird die Initiative nicht nur von zehntausenden Neuseeländerinnen und Neuseeländern, sondern auch von der Kiwibank, die 100 000 NZD beisteuert – und von Neuseelands Regierung. Premierministerin Jacinda Ardern meldete sich per Video in schwarzen „Wellies“, passend zum Business-Kostüm, aus ihrem Büro in Wellington.

Und wenn man keine eigenen Gummistiefel hat? Dann teilt man sich ein Paar mit einem Freund – denn geteiltes Leid ist halbes Leid, und genau darum geht es am Gummistiefel-Tag.

(Jenny Menzel)

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