Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Neuseelands nachhaltigster Campingplatz liegt in Glenorchy

Im Schatten des quirligen Queenstown hat das Örtchen Glenorchy am nordöstlichen Ufer des Lake Wakatipu schon immer eine ganz besondere Rolle gespielt: Hierher kommen Gäste, die es in der Adrenalin-Metropole zu laut finden und die Ruhe und unberührte Natur genießen wollen.

Glenorchy, an den Ausläufern der Southern Alps etwa 40 Minuten Fahrt von Queenstown entfernt, liegt am Ende einer der schönsten Straßen Neuseelands. In der Region wurden zahlreiche Szenen für die “Herr der Ringe”-Filme gedreht, hier startet außerdem einer der bekanntesten Wanderwege des Landes: der Routeburn Track.

Und genau hier hat im vergangenen Jahr ein Campingplatz eröffnet, der die international strengsten Anforderungen an Nachhaltigkeit erfüllt. Umweltbewusste Reisende kommen seitdem gern ins „Camp Glenorchy“, das eine neue Ära des umweltfreundlichen Tourismus einläuten könnte.

Das Camp wurde strikt nach den Richtlinien der “Living Building Challenge”™ konzipiert, die als weltweit strengster Nachhaltigkeitsstandard für Unterkünfte gilt. Seine Besitzer wollen ihren Gästen nicht nur bequeme Unterkünfte in schöner Lage bieten, sondern sie auch zu umweltbewussterem Verhalten inspirieren und neue Standards in Sachen nachhaltigem Tourismus etablieren.

Das extrem ressourcensparende Camp bietet verschiedene Arten von Unterkünften, von sieben Bungalows über zwei Bettenhäuser bis zu sieben Campervan-Stellplätzen mit Stromversorgung und einem Aufenthaltsraum. Die Energieversorgung läuft über die größte Solaranlage der Südinsel. Drei Sumpfgebiete rund um das Camp werden genutzt, um Abwasser zu sammeln und vollständig zu erneuern sowie sauberes Wasser für die Versorgung des riesigen Gartens zu gewinnen.

Die Gewinne aus dem Camp kommen direkt einer örtlichen Stiftung zugute, die mit dem Geld den Ort Glenorchy und seine Umgebung stärken will. Schirmherr ist das regionale Entwicklungsprojekt “The Headwaters”, eine Vision von zwei aus den USA eingewanderten Einwohnern von Glenorchy. Paul und Debbi Brainerd haben bereits in ihrer alten Heimat mehrere Umweltschutzprojekte in Gemeinden angestoßen und finanziert. Zu dem Projekt in Glenorchy gehören neben dem nachhaltigen Camp auch der Tante-Emma-Laden „Mrs Woolly‘s“ und der gleichnamige Campingplatz im Ort sowie ein Anbieter von Bootstouren auf dem Lake Wakatipu.

Die Living Building Challenge verlangt sieben “Blütenblätter” in puncto Nachhaltigkeit. Dazu gehören der Umgang mit Energie, Wasser und Materialien, aber auch Schönheit. Um die Kriterien zu erfüllen, arbeiteten für das Camp Glenorchy Architekten, Designerinnen, Ingenieure und Unternehmen zusammen mit örtlichen Künstlern, Handwerkerinnen und Energieversorgungsspezialisten.

Ein Beispiel ist die Selbstverpflichtung des Camps zur „Null-Emission“ im Energiebereich. Der große Solar-Garten, energieeffiziente LED-Beleuchtung und Gebäudedesigns sowie hocheffiziente Heizungen reduzieren den Energieverbrauch enorm. Indem die Gebäude mit dem Buchungssystem verbunden werden, können sie zielgerichtet dann beheizt und mit der richtigen Menge an Warmwasser versorgt werden, wenn sie gebucht wurden. Trockentoiletten sollen etwa 300 000 Liter Wasser im Jahr sparen.

Am wichtigsten bleibt dabei aber immer, dass sich die Gäste wohl und willkommen fühlen. Dazu trägt die Auswahl der Materialien ein großes Stück bei: Recycelte Stoffe und gerettete Gegenstände, zum Beispiel aus Haushaltsauflösungen alter Schaffarmen und Abrissen nach den Erdbeben von Christchurch, bieten wunderbare Texturen und atmen Geschichte. So wirken sie ungleich intensiver als brandneue, schicke Oberflächen.

Die Brainerds hoffen, dass das schöne Design, die besonderen Materialien und die nachhaltigen Standards des Campingplatzes Gäste inspirieren können, ebenfalls mehr auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu achten – auch bei ihnen zu Hause, am Arbeitsplatz und in ihren Gemeinden.

Und was kostet das alles? Die Preise reichen von 75 NZD für ein Bett im Gemeinschaftsschlafraum bis zu 395 NZD für eine Nacht im Bungalow mit eigenem Bad für zwei Personen. Nachhaltigkeit ist kein Schnäppchen – aber auch kein unbezahlbarer Luxus!

(Jenny Menzel)

Goto Top