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Vom Aussterben bedrohter Yellowhead ist wieder im Westland zu Hause

4000 Tier- und Pflanzenarten in Neuseeland sind aktuell in ihrem Bestand bedroht oder bereits am Aussterben. Zwischen all den schlechten Nachrichten um unsere Natur gibt diese eine neue Hoffnung: Die Bestände des Mohua oder Yellowhead, der einst fast ausgestorben war, haben sich erholt.

Heute gehört der winzige gelbe Singvogel zu den häufigsten einheimischen Arten im Landsborough Valley im Süden der Westland-Region.

Das Tal in South Westland verläuft für etwa 50 Kilometer parallel zu den Southern Alps, bevor es in das Flusstal des Haast River übergeht. Als das DOC im Jahr 1998 mit der systematischen Zählung der Arten in diesem langgezogenen, von Buchen bewachsenen Tal begann, konnten nur noch 14 Yellowheads entdeckt werden – der Fortbestand ihrer Art schien aussichtslos. Aber nach jahrelanger engmaschiger Schädlingskontrolle im Tal zählten die Ranger des DOC im November 2018 wieder unglaubliche 444 Vögel.

Auch generell haben sich die Zahlen einheimischer Vögel im Tal verdoppelt. Nach Aussage von Colin O’Donnell, dem obersten Wissenschaftsberater des DOC, zeigen die letzten Datenauswertungen, dass sich die Bestände von sieben einheimischen Vogelarten erholen würden. Vier weitere sind stabil geblieben, nur bei zwei Arten ist ein fortschreitender Rückgang zu vermelden.

Zum ersten Mal in 21 Jahren ist der Mohua wieder der häufigste Vogel, den man im Landsborough Valley zu sehen bekommt – genau, wie es vor dem Eintreffen der europäischen Siedler gewesen sein muss.

O’Donnell ist fasziniert von der Entwicklung: “Jahr für Jahr beobachten wir, wie sich das Vogelleben im Tal neu ausbalanciert. Wir wissen gar nicht, wann die Obergrenze der einzelnen Arten erreicht sein wird.“

Die Zahlen von Mohua oder Yellowhead, dem Nationalvogel Tui, dem Bellbird, Brown Creeper, Rifleman, Grey Warbler und Kakariki (auch bekannt als Yellow-Crowned Parakeet) haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig zugenommen. Beim Kaka-Papagei, dem kleinen Tomtit, dem winzigen Fantail und der Waldtaube Kereru gab es zumindest keinen weiteren Rückgang der Bestände – was definitiv passiert wäre ohne die strengen Schädlingskontrollmaßnahmen des DOC.

Nur bei zwei Arten, dem Silberauge und dem Langschwanzkuckuck gehen die Zahlen weiter zurück. Beim Silberauge könnte der Grund schlicht zunehmende Konkurrenz durch andere Vögel um Nektar sein; er muss sich hier gegen mehr der aggressiven Tui und Bellbirds durchsetzen.

Der Langschwanzkuckuck ist ein Zugvogel und überwintert auf den Pazifikinseln. Im späten Frühjahr kehrt er an Neuseelands Westcoast zurück und legt hier seine Eier in die Nester des Yellowhead und des Brown Creeper. O’Donnell vermutet, dass der Kuckuck unter schlechten Bedingungen in seinem Winterdomizil leidet und deshalb kaum noch zurückkommt.

Bereits 1994 hatte das DOC im Landsborough Valley mit Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen begonnen, als die Auswirkungen der eingeschleppten Räuber auf die heimische Vogelwelt deutlich wurden. Seitdem wurden im gesamten Tal Fallen aufgestellt und kontrolliert. Sechsmal wurden aus Helikoptern 1080-Giftköder großflächig verteilt, um die Population eingeschleppter Nagetiere niedrig zu halten.

Die Ranger des DOC drücken nun die Daumen: Für die kommenden Monate ist eine extreme Baummast angekündigt, die zwar zunächst den einheimischen Vögeln nützt, dann aber auch die Bestände ihrer eingeschleppten Feinde zum Explodieren bringt. Weitere intensive Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sind bereits fest eingeplant.

Was sich auf jeden Fall gezeigt hat: Die langfristige und stetige Bekämpfung eingeschleppter Arten kann Neuseelands bedrohte Tiere enorm unterstützen. Seit Beginn der menschlichen Besiedlung wurden in Neuseeland mehr als 50 Vogelarten, drei Frosch- und drei Eidechsenarten, vier Pflanzen und eine unbekannte Anzahl an Insektenarten ausgerottet. Die Rettung des Yellowhead und von 22 weiteren bedrohten Vogelarten ist ein erster Schritt, der Hoffnung macht.

Gut, dass die neuseeländische Regierung ihre Unterstützung für den Naturschutz nochmals erhöht hat. Für 76 Mio. NZD werden 150 zusätzliche Mitarbeiter des DOC eingestellt, die sich intensiv um den Schutz bereits schädlingsfreier Inseln und von Meeresschutzgebieten rund um Auckland kümmern sollen. Das ist ein Anfang – aber es ist noch lange nicht genug.

(Jenny Menzel)

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