Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Der Autofriedhof von Karioitahi: versunken im Sand der Bürokratie

Was für die einen nach einer Geheimtipp-Attraktion aussieht, ist für die anderen eine ärgerliche Müllhalde und eine Gefahrenquelle: Am nördlichen Ende des Karioitahi Beach ist in den vergangenen Jahren ein illegaler Autofriedhof entstanden. Und niemand ist zuständig, die Wracks zu entsorgen – weil sich zwei angrenzende Gemeinden den Schwarzen Peter dafür gegenseitig in die Schuhe schieben.

Am Anfang der langgestreckten Awhitu Peninsula, die etwa eine Fahrstunde südwestlich von Auckland liegt, entdeckt man bei Strandspaziergängen pittoreske Fahrzeugreste – die im Sand begrabenen Wracks reichen von kaum noch erkennbaren, rostigen Fahrgestellen bis zu recht neu aussehenden Modellen.

Die Gegend ist beliebt bei Anglern, Paraglidern, Surfern, Motorradfahrern und Reitern. Vor einigen Jahren stolperte hier ein Rennpferd in vollem Galopp über ein Autowrack, brach sich ein Bein und musste erschossen werden. Seine ehemalige Besitzerin Deanne Atkins sagt, der Strand hätte sich seitdem nicht verändert.

Mindestens acht Autowracks lagen 2018 auf einem 600 Meter langen Abschnitt des Strandes, etwa 2 Kilometer nördlich des Parkplatzes an der Karioitahi Road. Einige sehen aus, als würden sie schon seit Jahren hier liegen, andere sind offensichtlich frisch hinzugekommen.

Die Autowracks mögen im Licht des Sonnenuntergangs fotogen aussehen, sie stellen aber ein veritables Gesundheitsrisiko für Mensch und Natur dar. Rostige, scharfe Kanten verbergen sich im Sand und können Spaziergänger und Tiere schwer verletzen. Aus den wild abgestellten Autos treten außerdem giftiger Treibstoff, Öl und Schmiere in das Ökosystem des Meeres aus und schädigen dort Seevögel, Fische und Meeresorganismen.

Einige der Autowracks sind wahrscheinlich gestohlen und wurden von den Dieben nach einer Spritztour hier stehen gelassen. Andere könnten von ihren Besitzern verlassen worden sein, nachdem sie hier von der Flut überrascht wurden. Die abgelegene Lage und der schnell in die Fahrzeuge eindringende Sand machen eine Bergung aufwendig und teuer.

Genervte Anwohner werfen den Behörden vor, Karioitahis Autofriedhof zu ignorieren. Die wiederum beschuldigen die Einwohner, sie würden die verlassenen Autos am Strand nicht offiziell melden.

Die Gemeinde von Franklin hält den Waikato Council für verantwortlich, die Entfernung der Wracks zu organisieren. Ein Sprecher des Waikato Regional Council besteht allerdings darauf, der Strand von Karioitahi unterliege der Verantwortung von Auckland.

Das hat ein Vertreter des Auckland Council auch eingestanden. Da die Autowracks unterhalb der Flutlinie lägen, sei die Hafenmeisterei von Auckland für ihre Entsorgung zuständig. Diese wiederum behauptet, sie würde nur gestrandete Fahrzeuge entfernen, wenn diese eine Gefahr für den Schiffsverkehr darstellen.

Schließlich erklärte das Abfalldezernat von Auckland, die Stadt wäre tatsächlich für Autowracks an ihren Stränden verantwortlich. Aber sie hätte keinerlei Meldung aus der Bevölkerung erhalten, dass es Autos zu entfernen gebe.
Nun befasst sich erst einmal die Polizei mit den Autowracks. Bevor sie auf Kosten der Allgemeinheit geborgen werden, sollen zunächst die rechtmäßigen Besitzer ausfindig gemacht werden.

Wer also noch stimmungsvolle Schrott-Fotos am Strand machen will, der sollte sich beeilen.

(Jenny Menzel)

Goto Top