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Dunedin verliert seinen Rekordstatus: Baldwin Street nicht mehr steilste Straße der Welt

Einige Anwohner der Baldwin Street sind erleichtert: Dass ihre Wohnadresse nun nicht mehr offiziell die steilste Straße der Welt ist, bedeutet für sie vor allem weniger Touristen. Andere wollen sich nicht so schnell geschlagen geben: Eine andere Art der Beschilderung sei nötig, damit die Baldwin Street weiterhin die steilste Straße der Welt bleibt.

Dunedins Bürgermeister Dave Cull nimmt das Ganze äußerst pragmatisch: „Dass die Straße nicht mehr im Guinness-Buch steht, heißt nicht, dass sie nun weniger steil wäre. Wir sind sicher, dass auch weiterhin viele Besucher zu uns und auf die Baldwin Street kommen werden.“

Am 16. Juli erklärte Guinness World Records offiziell, die Baldwin Street sei nicht mehr die steilste Straße der Welt. Der Titel ging stattdessen an die Ffordd Pen Llech im walisischen Dorf Harlech. Diese 330 Meter lange, sehr kurvige Dorfstraße hat an ihrer steilsten Stelle ein Gefälle von 37,45 Prozent – und ist damit um 2,5 Prozent steiler als die geradeaus führende, 360 Meter lange Baldwin Street.

Die Einwohner von Dunedin nahmen die Degradierung mit Fassung. Der Stadtrat lässt sich derzeit dazu beraten, ob man die Straße zur steilsten Straße der Südhalbkugel deklarieren lassen kann. In vielen Online-Medien wurde der Titel kurzerhand zur „zweitsteilsten Straße der Welt“ geändert.

Einige Menschen freuen sich regelrecht über den Verlust des illustren Titels. Die Baldwin Street wurde über die Jahre das Ziel von immer mehr Rekordsuchern, die mit Verkehrsmitteln aller Art die steilste Straße der Welt bezwingen wollten – meistens abwärts mit hohem Tempo. Im Instagram-Zeitalter stört sich auch niemand mehr daran, ungefragt Fotos von den Häusern und ihren Bewohnern zu machen. Der Gemeinderat hatte durch die intensive Nutzung der Touristen häufiger Reparaturen an der Straße vornehmen müssen.

Den Guinness-Titel hatte Dunedin vor 34 Jahren eher unbeabsichtigt bekommen. Ein Journalist der Stadtzeitung hatte damals beim Stadtrat angefragt, welches die steilste Straße der Stadt sei. Am selben Abend erschien eine Story zu dem Thema, und nach zwei Jahren der Verhandlungen gab es die Anerkennung von Guinness World Records.   

Der Journalist, der damals alles ins Rollen brachte, ist heute Nachrichtensprecher im landesweiten Fernsehen. Jim Mora zeigte sich über die neuesten Entwicklungen enttäuscht, wollte die Sache aber „sportlich“ nehmen.

Die Einwohner von Harlech feierten ihren Guinness-Eintrag mit einer großen Party. Sie hatten ebenfalls jahrelang um die Anerkennung gekämpft. Eines der Haupthindernisse: Das Guinness-Buch verlangt für einen offiziellen Eintrag das Vorliegen eines Bauplans. So einen gab es für die mehr als 1000 Jahre alte Straße nie, sie war einfach immer dagewesen. Mit Unterstützung eines Experten für Bergvermessung wurden die verlangten Messwerte nachgereicht.

Bei allem Triumph zeigten die Waliser auch viel Respekt: Sie bedauerten den Zeitpunkt des Titelverlusts für die Neuseeländer, die nur Tage zuvor eine dramatisch knappe Niederlage im Cricket World Cup erlitten hatten – gegen England.

(Jenny Menzel)

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