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(Viel) mehr Touristen in Hobbiton

Mehr als eine Million Besucher jährlich können in Zukunft die magische Stimmung in der Filmkulisse des Hobbit-Dorfs im Auenland bewundern. Im August 2019 hat das Familienunternehmen von Russell Alexander die offizielle Zustimmung für die erneute Expansion seines Mega-Erfolgskonzepts erhalten.

Obwohl der letzte Hobbit-Film bereits 2013 abgedreht wurde und in der anstehenden Herr-der-Ringe-Serie von Amazon das Dorf von Bilbo Beutlin keine Rolle spielen wird, ist die Attraktion bei Touristen aus aller Welt ein ungebrochener Verkaufsschlager. Nun soll die maximal zulässige Zahl der Besucher von erlaubten 300 000 auf über eine Million pro Jahr hochgeschraubt werden. Kann das gutgehen?

Nicht alle Einwohner der 8000-Einwohner-Stadt Matamata sind einverstanden mit den rapiden Expansionsplänen des “Hobbiton”-Teams. Das explosive Wachstum des ehemaligen Filmsets, das zu einem der Highlights von ganz Neuseeland wurde, hat Unternehmen und Menschen in der Region viele Vorteile und zusätzliche Einnahmen verschafft. Aber die Nachbarschaft und die Gemeinde von Matamata kämpfen seither auch mit einigen unerwünschten Nebenwirkungen.

Für die Erweiterung von „Hobbiton” wurde eigens ein „Development Concept Plan” aufgestellt, der als Rahmenprogramm für die laufende Verwaltung der wachsenden Zahl von Besuchern und der touristischen Angebote dienen soll. Eine unabhängige Kommission befasste sich bei der Anhörung des Plans im Mai mit Problemen wie der Unterbringung der Gäste, der Lärmbelastung, der Verkehrssicherheit, visuellen und anderen Auswirkungen des geplanten Ausbaus. Zahlreiche Einwohner von Matamata äußerten ihre Bedenken und Unterstützung.

Der Plan schreibt einige Standards vor, an die sich „Hobbiton” nach der Erweiterung halten muss. Dazu gehören ein Besucher-Maximum von täglich 3500 Menschen (außer bei Events), Maßnahmen zur Verkehrsregelung, Landschaftspflege-Vorschriften und Lärmgrenzen.

Die Bürgermeisterin des Distrikts Matamata-Piako zeigt sich optimistisch gegenüber den Expansionsplänen: „Stillstand bedeutet Rückschritt. Mit dem Wachstum gehen immer einige Probleme einher, sei es Müll, Parkplatzknappheit oder Verkehrskontrollen. Damit müssen wir umgehen,” sagt Jan Barnes.

Die Nachbarn von „Hobbiton” sind weniger beeindruckt von den Plänen. Sie forderten bei der Anhörung, die Grenzen noch strenger zu ziehen. Punkte wie die Geräuschbelastung durch die zahlreichen Helikopterflüge wären gar nicht im Plan aufgeführt.

Autos von Touristen auf der Suche nach Parkplätzen blockierten regelmäßig die Einfahrten der Nachbarfarmen. Menschen wanderten über Privatland und fotografierten ohne Erlaubnis. Am schlimmsten sei das zunehmende Unfallrisiko an kritischen Kreuzungen, wo es schon zu mehreren tödlichen Crashs mit Touristen kam. „Hobbiton“ hat dafür keine Verantwortung übernommen; mangels zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen fühlen sich derzeit die Anwohner genötigt, auf eigene Kosten Warnschilder aufzustellen.

Generell beklagen Anwohner, dass die Alexander-Familie mit ihrem Mega-Unternehmen durch den Gemeinderat übermäßig bevorzugt werde. Der gibt zurück, er könne die Familie nicht zwingen, Änderungen mit den Nachbarn abzustimmen. Man hofft nun, dass Russell Alexander sich an die Versprechungen halten wird, die er bei dem Gemeindetreffen gegeben hat.

Und wir Herr-der-Ringe-Fans? Wir können nur hoffen, dass die wahrhaft magische Stimmung in „Hobbiton“ auch dann noch erhalten bleiben wird, wenn sich die Besucherzahlen dort mehr als verdreifacht haben.

(Jenny Menzel)

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