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Neuseeland blickt besorgt auf sinkende Touristenzahlen

Die neuseeländische Tourismusindustrie war jahrelang eine atemberaubende Erfolgsstory – zweistellige Zuwächse der Besucherraten von Jahr zu Jahr gehörten scheinbar zum Normalstandard. Angetrieben wurde der Tourismusboom in Neuseeland vor allem durch die extremen Steigerungen der Besucherzahlen aus China und Ostasien.

Die Besucherstatistiken, die im Juni und Juli 2019 veröffentlicht wurden, zeigen nun erstmals ein Abflachen des stetigen Wachstumstrends – manche befürchten sogar, in der abfallenden Wachstumskurve den Beginn eines Abstiegs zu erkennen.

Auch die wegfallenden Touristen kommen vor allem aus China (oder eben nicht). Obwohl die neuseeländische Tourismusbehörde Tourism New Zealand das Jahr 2019 mit viel Tamtam (und einigen peinlichen Pannen, die unter anderem auf den Streit der Regierung mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Huawei zurückgehen) als das China-Neuseeland-Jahr promotet hatte, sind genau diese Touristen nun erstmals zögerlicher damit, eine Reise nach Neuseeland zu buchen.

Besonderen Grund zur Sorge haben Tourismusanbieter an der Westcoast. Die schwer zugängliche und wirtschaftlich seit Jahrzehnten perspektivlose Region auf der Südinsel hängt inzwischen stark vom Tourismus ab. Durch Naturkatastrophen wie die Starkregenfälle, die zum Wegbrechen der Waiho Bridge führten und für viele Touristen den Zugang zur Westcoast versperrten, verlor der Distrikt Einnahmen von über 50 Millionen Neuseeland-Dollar. Und das ist erst der Anfang der Auswirkungen, die der Klimawandel vor allem in dieser Region haben dürfte.

Die Zahl der Besucher aus China ging im Juni 2019 um 3 Prozent zurück, auch die Besucher aus Malaysia, Indonesien und Hongkong sind zurückgegangen. Da scheint es nur wenige Akteure im Markt zu trösten, dass die Gesamtzahlen der Besucher in Neuseeland leicht gestiegen sind – angetrieben diesmal vor allem durch Touristen aus den USA und Australien.

In den letzten fünf Jahren hat Neuseelands Tourismusmarkt ein außerordentlich explosives Wachstum hingelegt. Manager und Unternehmensbesitzer, die von dem rasanten Wachstum profitieren wollten und stark expandiert haben, riskieren nun, auf ihren Ausgaben sitzen zu bleiben.

Das derzeitige Abflachen der Wachstumskurve sehen viele allerdings nicht nur als ganz normale Korrektur bzw. eine Beruhigung an. Für einige Anwohner bedeutet es auch ein Aufatmen und die leise Hoffnung, zu so etwas wie Normalität zurückkehren zu können. Mehr Touristen bringen ja nicht automatisch Wohlstand für alle – davon können nicht nur die Anwohner der Baldwin Street in Dunedin oder die Nachbarn des „Hobbiton Movie Set“ in Matamata ein Lied singen.

Die neue Besuchergebühr IVL, die von jedem einreisenden Touristen bezahlt werden muss, soll allerdings tatsächlich (mittelbar) allen Neuseeländern zugute kommen. Seit ihrer Einführung im Juli 2019 sind bereits 2,8 Millionen Neuseeland-Dollar eingenommen worden. Daraus soll noch viel mehr werden, wenn ab Oktober 2019 jeder Tourist die IVL zusammen mit der neuen NZeTA bezahlen muss.

Die Hälfte der Einnahmen soll direkt in verbesserte Infrastrukturen für den Tourismus investiert werden, die andere Hälfte für den Umweltschutz. Je mehr Besucher kommen, desto höhere Einnahmen – desto besser für Neuseelands Umwelt und die Bevölkerung. Oder?

(Jenny Menzel)

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