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Seeleopardin Owha aus der Antarktis macht Auckland zu ihrer Heimat

Fünf Jahre lang geht das schon so: Eine neugierige und gar nicht menschenscheue Seeleoparden-Dame hat sich den Upper Waitemata Harbour von Auckland als Quartier ausgewählt. Seit 2012 treibt sich Owha an Neuseelands Küsten herum, zuerst in Otago, inzwischen scheint sie den Norden der Nordinsel als Heimat zu betrachten.

Passanten und Yachties haben die Meeressäugerin bereits liebgewonnen, die sich häufig auf dem Pier in der Sonne aalt. Was aber gar nicht liebenswert ist: Owha hat ein Hobby daraus gemacht, Pontons und aufblasbare Boote anzuknabbern und kleine Boote zum Kentern zu bringen. Für die Seeleopardin ist das ein Spiel, für die Besitzer der Boote ist es sehr ärgerlich, teuer – und unter Umständen gefährlich. Owha ist so groß, dass sie sich nicht einfach verscheuchen lässt; ob jemand in dem Boot sitzt, das sie unter Wasser drückt, kümmert sie nicht.

Besonders im Winter bietet das große, geschützte Hafenbecken von Auckland den Meeressäugern eine gute Futterquelle. Größere Raubtiere kommen nicht in die Bucht, so dass Owha keine natürlichen Konkurrenten oder Feinde befürchten muss. Im letzten Monat hat die freche Seeleopardin bereits drei Außenborder zerstört, indem sie sie versenkt hat. Auch vor Kajakfahrern und Ruderern hat die drei Meter große Owha keine Angst – sie kommt ihnen bei ihren Touren bis auf Berührungsdistanz nahe.

Meeresbiologin Dr. Ingrid Visser hat deshalb öffentliche Versammlungen organisiert, in denen sie Anwohner und Bootsbesitzer über das natürliche Verhalten von Seeleoparden und anderen Meeressäugern aufklärt und sie zum richtigen Reagieren in gefährlichen Situationen berät.

Einige Bootsclubs haben Warnschilder aufgestellt, die Besucher der Piers und Marinas davor warnen, sich der Seeleopardin zu nähern. Sie mag zahm wirken, ist und bleibt aber ein wildes Tier. Seeleoparden gelten sogar als besonders aggressiv. Sie stehen in Neuseeland unter Naturschutz, man soll ihnen nicht näher als 20 Meter kommen.

Inzwischen dürfen die Betreiber der Marina in Seahaven immerhin zum Wasserschlauch greifen, um Owha vom Knabbern abzuhalten.

So ärgerlich die Lage für einige Aucklander scheint, so glücklich dürfen sie sich eigentlich schätzen: Nirgendwo sonst auf der Welt kommen wilde Tiere mitten in eine Großstadt und fühlen sich dort sichtlich wohl. Die eigens eingerichtete Hotline, bei der man Sichtungen von Owha und anderen Seeleoparden melden soll (0800 LEOPARD), verzeichnet derzeit pro Tag bis zu 30 Anrufe.

Bisher galten Seeleoparden in Neuseeland nicht als heimisch; sie leben im Packeis der Antarktis und kommen nur gelegentlich so weit nach Norden. Nach über 3.000 Sichtungen in den vergangenen Jahren und mehreren dokumentierten Fällen von Jungtieren, die an neuseeländischen Küsten geboren wurden, gibt es nun Forderungen von Wissenschaftlern, Seeleoparden als „heimisch“ in Neuseeland zu deklarieren.

(Jenny Menzel)

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