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Kein Schwimmen mit Delfinen mehr in der Bay of Islands

Schwimmen mit Delfinen gehört für viele Neuseeland-Reisende zu ihren schönsten und beeindruckendsten Erinnerungen. Kein Wunder: Den neugierigen, verspielten und intelligenten Meeressäugern so nahe zu kommen, ist ein fast schon magisches Erlebnis.

Nicht allerdings für die Delfine selbst. In vielen Regionen Neuseelands treffen Touristen bei kommerziellen Bootstouren auf seltene und zum Teil nur in Neuseeland heimische Delfin-Arten. Sie alle sind bereits durch den kommerziellen Fischfang, die Erwärmung und Verschmutzung der Ozeane arg bedrängt und teilweise vom Aussterben bedroht. Der zunehmende Tourismus stellt eine zusätzliche Belastung dar, der einige Populationen nicht mehr standhalten können. Die Regierung Neuseelands hat deshalb eine drastische Maßnahme beschlossen.

Besonders schlecht geht es dem Bottlenose Dolphin. Neuseeland gehört zu den südlichsten Lebensräumen dieser weltweit verbreiteten Art. Schulen dieser Tiere, die vor allem an den Küsten leben, kann man in Neuseeland zwischen Northland und der Bay of Plenty, in den Marlborough Sounds und im Doubtful Sound treffen.

Eine Studie hat die Bestände der neuseeländischen Bottlenose Dolphins in den Jahren 2012 bis 2015 untersucht und erschreckende Ergebnisse gezeigt: Vor allem in der Bay of Islands sind die Zahlen der Tiere um fast zwei Drittel eingebrochen, die Sterblichkeitsrate der Delfin-Babys liegt bei 75 Prozent – das heißt, nur ein Viertel der Jungtiere erlebt das Erwachsenenalter.

Delfine in Neuseeland werden „zu Tode geliebt“

Als Schuldige wurden die Tourboote ausgemacht, die täglich in der Bay of Islands verkehren und intensiv mit den Delfinen interagieren – bei normalen Sightseeing-Ausflügen, vor allem aber beim Schwimmen mit Delfinen. Die konstante Anwesenheit der Menschen beeinträchtigt offenbar das Fress- und Sozialverhalten der Delfine sehr stark und negativ. Inzwischen kommen nur noch 19 Tiere regelmäßig in die Bay of Islands.

Bereits seit 2009 bemüht sich Neuseeland darum, die Delfine in der Bay of Islands zu schützen. Ein Moratorium wurde damals verabschiedet, das nur fünf kommerziellen Tour-Anbietern eine Konzession für Delfin-Touren in der Bay of Islands gibt. Und die Regulierungen zur „Marine Mammal Protection“ von 1992 schränken den Kontakt mit Bottlenose Dolphins bereits ein, so dürfen Menschen maximal 30 Minuten lang mit den Delfinen schwimmen oder auch nur interagieren (etwa durch Pfeifen oder Gestikulieren).

Diese Maßnahmen haben offenbar nicht genügt. Damit der verbleibende Bestand vor dem Aussterben geschützt wird, prüft das DOC zurzeit, ob ein Meeresschutzgebiet in der Bay of Islands eingerichtet werden kann. Daneben sind mehrere Sofortmaßnahmen verhängt worden.

Schutz der Bottlenose Dolphins in der Bay of Islands: das ist noch erlaubt

Ab dem 1. Juli 2019 dürfen alle Tour-Anbieter nur noch einmal am Tag Kontakt mit der Delfin-Population haben – entweder vormittags oder nachmittags. So sollen die Ruhephasen, in denen keine Menschen auf dem Wasser sind, ausgedehnt werden, damit die Delfine wieder ein natürliches Verhaltensmuster annehmen können.

Auf jedem Trip dürfen die Interaktionen mit den Delfinen insgesamt maximal 20 Minuten dauern, auch wenn mehrmals Kontakte stattfinden.

Schwimmen mit den Delfinen ist in der Bay of Islands bis auf Weiteres komplett verboten. Die Regionen am Tapeka Point und um Roberton Island sind komplett gesperrt für touristische Anbieter.

Das Schwimmen mit Delfinen in anderen Regionen Neuseelands ist noch erlaubt, wie alle Meldungen zum Thema ausdrücklich betonen. Man sollte trotzdem genau überlegen, ob es das eigene Erlebnis wirklich wert ist, die allgemein in ihrem Bestand bedrohten Meeressäuger damit negativ zu beeinflussen. Genügt es nicht, die Tiere von einem Boot aus zu beobachten oder auf den Zufall zu vertrauen? An vielen Küsten Neuseelands kann man Delfine ganz von selbst beim Schwimmen im Meer antreffen – zu deren Bedingungen und ohne ein Tour-Boot im Rücken.

Die wachsende Zahl der Touristen in Neuseeland droht derzeit, genau das zu zerstören, wofür Neuseeland bei Touristen so beliebt ist: seine wilde, ursprüngliche und so faszinierende Natur und Tierwelt.

Ko Te Aki O Tiaki – wir alle sind „Wächter“ Neuseelands und sollten das Land bei unserem Besuch verantwortungsvoll behandeln und schützen. Kia Manawanui – Toitu Te Taiao!

(Jenny Menzel)

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