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Rugby WM in Japan: All Blacks müssen sich mit dem 3. Platz begnügen

Credit: All Blacks Twitter

Eine Sensation! Meisterleistung! Die Sport-Berichterstatter schwankten zwischen Verblüffung und Begeisterung. Nach zwölf langen Jahren ist es einer Rugby-Mannschaft gelungen, die neuseeländischen All Blacks von ihrem unangefochtenen Podest zu stoßen.

Der Sieg der Engländer über die Neuseeländer ist eine Weltpremiere – noch nie haben sie bei einer WM gegen die Kiwis gewonnen. Die waren wahrscheinlich ebenso verblüfft: Mit den zwei vorherigen WM-Pokalen in der Tasche, nach insgesamt zwölf Jahren und 20 Tagen wurden die legendären All Blacks im Halbfinale der Rugby-WM in Japan von den Engländern um Kapitän Owen Farrell (ausgerechnet ein Australier!) mit einem eindeutigen 19:7 geschlagen.

Nach der Rugby-WM in der eigenen Heimat, wo die englische Mannschaft bereits in der Vorrunde ausgeschieden war, stellte das ein grandioses Comeback dar – auch wenn es für den WM-Sieg dann doch nicht reichte. Der Pokal ging verdient an das Team aus Südafrika, dessen Kapitän Siya Kolisi der erste schwarze Teamführer in der Geschichte des Landes ist.

Was war da los? Die Neuseeländer waren ganz offensichtlich fassungslos. Noch im vorherigen Spiel hatten sie die Mannschaft aus Irland mit einem spektakulären 46:14 gewohnt souverän vom Feld gefegt.

Schon vor dem Beginn des Spiels deutete sich an, was gleich passieren würde: Während die All Blacks ihren traditionellen Haka begannen, stellte sich die englische Mannschaft in V-Form vor ihnen auf und rückte bis in die gegnerische Spielhälfte vor. Die Team-Mitglieder hatten schon vorher kämpferisch geäußert, der Kriegstanz würde nur die einschüchtern, die sich davon beeindrucken lassen.

Im Match gegen England wirkten die All Blacks, die vorher Kanada mit einem 63:0 plattgemacht hatten, wie ausgetauscht. Schon in der zweiten Minute kassierten sie einen Try, und von da an verteidigten die Engländer ihre Führung mit Zähnen und Klauen. Die Neuseeländer leisteten sich immer mehr Fehler und Strafen, erzielten dagegen nur einen einzigen Versuch – und den bekamen sie nur wegen eines Fehlers ihrer Gegner. Am Ende stand eine zerstörte Mannschaft auf dem Platz, die ihr Pech nicht fassen konnte.

Mit den Engländern hatte keiner gerechnet. Noch Tage vor dem Halbfinale hatte Trainer Steve Hansen das Team aus Südafrika als ihren gefährlichsten Konkurrenten bezeichnet. Dessen WM-Sieg erkannten die Neuseeländer mit Stil an und gratulierten dem Team zu seinem verdienten Triumph.

Während Englands politische Spitze so einig wie selten jubelte, bedruckte die neuseeländische Tageszeitung „The NZ Herald“ ihre komplette Titelseite schwarz. Die restlichen zeigten das Bild von Mannschaftskapitän Kieran Read, der mit einer blutenden Schnittwunde unter dem Auge vom Platz ging – ausgerechnet an seinem Geburtstag.

Den Respekt seiner Fans holte er sich zurück, als er seine Mannschaft im Spiel um den 3. Platz gegen Wales wieder in gewohnter Größe antreten ließ. Trotzdem: Die All Blacks haben jetzt einen neuen Angstgegner.
(Jenny Menzel)

Bild-Credit: All Blacks/Twitter

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