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Bald 5 Millionen Einwohner – Neuseelands Bevölkerung wächst weiter

Net-MigrationGraph_History_CREDIT www.stats.govt.nz_KLEIN
Die neusten Zahlen wurden veröffentlicht und zeigen deutlich, dass Neuseeland immer mehr Einwohner bekommt. Das Interesse an dem kleinen Land im Pazifik ist ungebrochen. Trotz strikter Einwanderungsregulierungen und neuer Bestimmungen durch die Labour-Regierung ging die Zahl der Migranten bislang nur leicht zurück. Haben Neuseelandinteressierte künftig überhaupt noch Chancen, ins Land der Träume auszuwandern?


Ganz wichtig ist beim Lesen der Tabellen ist es, die Einreisenden danach zu unterscheiden, wer sie sind und wie lange sie tatsächlich vorhaben, im Land zu bleiben. Wer genau hinsieht bemerkt, dass nicht alle Ankömmlinge Immigranten sind und Neuseeland ihre neue Heimat nennen.

Tourismus
Die Besucherzahlen in Neuseeland steigen seit 2015 https://www.stats.govt.nz/news/international-migration-estimates-extended-back-to-2001 ungebremst an. Im vergangenen Jahr zwar ‚nur‘ um 2,5 Prozent, doch bei einer Gesamtsumme von fast vier Millionen Touristen sind das immerhin fast 95.000 Menschen mehr. Alleine aus Deutschland bereisten im Messzeitraum von Statistics New Zealand von September 2018 bis September 2019 stolze 100.876 Urlauber das atemberaubende Land am anderen Ende der Welt. https://www.stuff.co.nz/business/117357669/new-zealand-population-has-had-big-migration-boost-stats-nz-says


Visa-Halter und Immigranten
Und immer wieder gefällt es vielen so gut, dass sie nach so einer Reise überlegen, für einen längeren Zeitraum nach Neuseeland zu gehen. Das ist grundsätzlich für viele Interessierte auch denkbar, die Zahlen zeigen, dass die Welle der Migranten trotz verschärfter Richtlinien der Labour-Regierung nicht abebbt. Die Netto-Migration beträgt nach den neusten Ergebnissen eine Rate von 11,4 – das bedeutet 11 neue Personen sind pro 1.000 bereits in Neuseeland lebenden Bürgern eingewandert. In Zahlen gesprochen sind das rund 56.000 Neubürger bei einer Population von derzeit 4,9 Millionen. Im Vergleich dazu hat die USA beispielsweise eine Rate von nur 3, in Deutschland bei 4,8. Unter Netto-Migration versteht man alle Einreisenden, die zwölf Monate oder länger bleiben, abzüglich der wegziehenden Neuseeländer und ausreisenden Visa-Halter. So werden beispielsweise auch Work and Traveller oder Studenten mitgezählt. „Kleine Länder wie Neuseeland oder Irland haben aufgrund der geringen Bevölkerungsgröße tendenziell immer eine höhere Migrationsrate als große Länder wie die USA oder Großbritannien“, erklärt Tehseen Islam, Spezialist für Bevölkerungsindikatoren bei der neuseeländischen Statistikbehörde. Allerdings wandern derzeit auch extrem viele Kiwis ab. Rund eine Million Neuseeländer leben derzeit im Ausland.

Herkunftsländer
Neuseeland ist so in den letzten Jahrzehnten extrem multikulturell worden, fast jeder vierte Berufstätige ist ein Immigrant. Die meisten Einwanderer kommen derzeit aus China, dicht gefolgt von Indien, den Philippinen und Australien. Ein Vergleich aus dem letzten Jahr zeigt, dass aus Asien beispielsweise 49.521 Menschen nach Neuseeland einwanderten, während es aus dem gesamten europäischen Raum nur 19.157 waren. https://www.stats.govt.nz/information-releases/international-migration-september-2019 „Da machen die rund 2.200 Deutschen nur einen kleinen Bruchteil aus“, weiß der langjährige deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington. „Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Flut aus Einwanderern aus einem Land eine Art Sogwirkung auslöst. Je mehr Leute reinkommen, desto mehr aus demselben Land probieren es dann auch.“

Striktere Einwanderungsrichtlinien
Bald wird das kleine Land die Fünf-Millionen-Einwohner-Marke knacken. Die Labour-Regierung hatte sich deshalb im Wahlkampf auf die Fahne geschrieben, die Zahlen zu senken. „Mit der strikteren Partnerschafts-Visa-Vergabe etwa scheint momentan die Welle aus Indien langsam abzuebben. Die Stimmung dort hat umgeschlagen, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Einwanderung für Partner immer schwieriger werden kann“, weiß der Immigrationsberater. Die Labour Regierung möchte mit den neuen Bestimmungen in vielen Einwanderungskategorien diversifizieren, der Fokus liegt nun auf qualifizierten Einwanderern mit höherem Einkommen. „Man muss aber auch aufpassen, wenn man sich die Statistiken ansieht. Was viele nicht wissen, beispielsweise die Zahl der Migrant Arrivals, wie auch der Migrant Departures beinhaltet beispielsweise auch Neuseeländer selbst, die ein- und ausreisen. Also es ist ganz wichtig zu verstehen, dass bei diesen Zahlen nicht alle Einreisenden neue Bewohner sind.“

Jahresvergleiche
2012 wanderten sogar mehr Neuseeländer ab, als neue Menschen nach Neuseeland zogen. 2016 hingegen gab es einen absoluten Höhepunkt der Migration, in den zwei darauffolgenden Jahren einen leichten Rückgang. Obwohl die Regulierungen nun seit vielen Monaten strikter werden, nehmen die Einwandererzahlen momentan dennoch wieder zu. „Das ist ganz typisch“, erklärt Peter Hahn, „denn die Zahlen ändern sich immer erst zeitverzögert. Bis alle alten Anträge noch abgearbeitet sind und sich die Zahlen tatsächlich in den Statistiken wiederspiegeln, vergeht einige Zeit. Ich vermute, dass es künftig aufgrund der neuen Policies weniger Immigranten geben wird. Labour wird somit das Ziel erreichen, wenn auch erst drei Jahre später.“

Perspektiven für Deutsche
Deutsche brauchen sich nach der über 25jährigen Erfahrung des Einwanderungsberaters, jedoch keine Sorgen zu machen. „Man kann grundsätzlich sagen, dass Neuseeland immer noch gezielt Arbeitskräfte sucht. Der Fokus der Regierung liegt jetzt nur auf hochqualifizierten Arbeitnehmern, die überdurchschnittlich verdienen. Deshalb betreffen viele Änderungen die meisten Deutschen gar nicht. Sie verdienen ohnehin gut und besetzen oft die qualitativ hochwertigen Positionen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt. Ich würde behaupten, dass wir genau die gleiche Prozentzahl unserer Kunden rein bekommen wie bisher. Das einzige, das sich durch die neuen Regulierungen geändert hat – die Verfahren werden aufwendiger, komplizierter und somit häufig auch kostspieliger“, resümiert der Neuseeland-Experte.

In genau einem Jahr ist die dreijährige Amtsperiode von Labour vorbei. Dann werden die Neuwahlen in 2020 zeigen, wie genau es mit dem Einwanderungsrecht in Neuseeland weitergeht. Bis dahin werden Regierung und Behörden die Statistik genau im Blick behalten.

Foto:  www.stats.govt.nz

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