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Paparoa Track: Neuseelands Great Walk Nummer 10 ist offen

Moonlight Tops Hut, Credit: Neil Silverwood

Seit dem 1. Dezember 2019 ist Neuseelands zehnter Great Walk offen. Der Paparoa Track führt über die Paparoa Range an der Westcoast und verwöhnt Wanderer mit atemberaubenden Kalksteinfelslandschaften, dichtem Regenwald und wundervollen Aussichten.

Der zehnte Great Walk Neuseelands ist gleichzeitig der erste an der abgelegenen Westcoast. Er wurde zu Ehren der 29 Männer angelegt, die bei einem Unglück in der Pike River Mine im Jahr 2010 getötet wurden. Von der Hauptroute zweigt der 11 km lange Pike Memorial Track als Abstecher zu einer Gedenkstätte ab. Der neue Wanderweg soll bewusst an das traurige Schicksal der Arbeiter erinnern. Daneben stellt er aber auch eine neue Einkommensquelle dar, die der von Armut geprägten Westcoast hoffentlich einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen wird – genauso wie es einst der Bergbau getan hat.

Von den Maori “Langer Ort” genannt, blickt der spektakuläre Gebirgszug der Paparoas über die dramatisch zerklüftete Westcoast. Einzelne Gipfel ragen spitz empor, glasklare Flüsse winden sich durch Bergtäler. Die steilen Wände der Pororari River Gorge sind Zeugen der Bergbaugeschichte in dieser Region. Die Vegetation verwandelt sich von offenen Buchenwäldern in dichten Regenwald, aus dem Nikau-Palmen aufragen.

Die Westcoast wurde schon früh wegen ihrer wertvollen Ressourcen besiedelt; angefangen mit dem heiligen „pounamu”, der von den Maori hier gesucht wurde, über das Gold, das in den 1860er-Jahren für einen Boom sorgte, bis zur Steinkohle, die noch immer hier gefördert wird. Von den Relikten des Goldrauschs entlang des Croesus Track bis zur alten Kohlenmine am Ende des Pike29 Memorial Track zeigt der Paparoa Track interessierten Wanderern reichlich Spuren der Geschichte der Westcoast. Hinweisschilder entlang des Weges klären über die Wurzeln der Region auf.

Im etwa 38 000 Hektar großen Paparoa National Park leben einige der seltensten Tiere Neuseelands. Der Paparoa Wildlife Trust, der eng mit dem Department of Conservation zusammenarbeitet, stellt hier hunderte Fallen gegen eingeschleppte Raubtiere auf und unterhält eine 12,5 Hektar große „Kiwi-Kinderkrippe“. Besucher haben gute Chancen, den Roroa (Haast-Kiwi) und andere einzigartige Vögel zu erblicken.

Der Paparoa Track beginnt nahe dem Örtchen Blackball, 24 km von Greymouth, und endet in Punakaiki am Pororari River Carpark. Die ideale Zeit für diesen Great Walk ist zwischen September und Mai. Für seine Gesamtlänge von 55 km (plus die 22 km des Pike29 Memorial Track) braucht man im Durchschnitt drei Tage. Der Track ist auch für geübte Mountainbiker offen.

Zu den Highlights des Tracks gehört der Lone Hand Rock, eine Felsnadel auf der Nordseite des Pororari River, die Pororari River Gorge mit ihren zahlreichen Badestellen und die Ausblicke von den Felsgraten, die von den Southern Alps bis zur Tasman Sea reichen.

Der Great Walk hat einige steile Abschnitte, die bei Regenwetter sehr herausfordernd sein können. Aber die atemberaubenden Ausblicke belohnen für das Marschieren durch Matsch und Schlamm. Ein Erdrutsch auf dem mittleren Teil des Walks sorgte nur wenige Tage vor der Eröffnung für Verzögerungen. Die fast 1000 Wanderer, die ihre Übernachtungen in den beiden Hütten vorgebucht hatten, konnten nur einen Teil des Tracks laufen und erhielten ihr Geld zurück.

Spätestens mit dem Beginn der Weihnachtsfeiertage will das DOC die Reparaturen am Paparoa Track beendet haben. Der Bau des zehnten Great Walks hat seit 2017 schon 12 Millionen Neuseeland-Dollar gekostet. Die große Hoffnung ist, dass der Paparoa Track viele neue Touristen aus dem In- und Ausland in die dünn besiedelte und wirtschaftlich schwache Region locken wird. Die „New York Times“ hat den Paparoa Track bereits in ihre Liste der 52 „Must dos“ für 2019 aufgenommen. Weitere Lobgesänge dürften folgen.

(Jenny Menzel)
Bild: Moonlight Tops Hut, Credit: Neil Silverwood

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