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Neuseelands Feuerwehrleute bereiten sich auf einen heißen Sommer vor


Der Sommer hat noch gar nicht richtig begonnen, aber in einigen Teilen der Südinsel sind schon wieder extreme Waldbrandstufen erreicht. Hier ist es viel trockener als zu dieser Jahreszeit üblich. Ein Sprecher von „Fire and Emergency” warnt, die großflächigen Waldbrände in Australien könnten eine Vorschau auf den Sommer in Neuseeland sein.

Ein Sprecher der nationalen Wetterbehörde NIWA sagte, das trockene Wetter habe früher eingesetzt als sonst. Vor allem auf der Nordinsel, aber auch im Osten der Südinsel warteten ein sehr warmes Frühlingsende und ein warmer Start in die Sommersaison. Große Gebiete östlich der Southern Alps wären staubtrocken, viel zeitiger als normalerweise. Die Feuerwehren in Otago waren bereits zahlreich im Einsatz – auch dies viel zeitiger als üblich. Die Schuld tragen starke, böige Westwinde. Von ihnen erwarten Wetterexperten noch mehr. Gekoppelt mit fehlendem Regen in den kommenden Wochen, wächst das Waldbrandrisiko.

Neben dem Landesinneren der Südinsel, Canterbury und Otago, gibt es auch einige sehr trockene Hotspots im Northland, auf der Coromandel Peninsula und von der Hawke's Bay bis nach Wairarapa. Dazu kommen steigende Wassertemperaturen in der Tasman Sea und an den Küsten Neuseelands, die bereits wieder über den Durchschnittstemperaturen liegen. Hitzewellen im Meer hatten auch in den letzten zwei Sommern großen Einfluss auf Neuseelands Klima.

Die Brände in der Tasman-Region im Sommer 2018/19 waren für die Feuerwehren und Grundbesitzer ein wertvolles Training. Kleinere Buschbrände sind in den vergangenen Wochen schon mehrmals ausgebrochen. In den Brandzonen Australiens sind seit September 2019 sechs Menschen gestorben, hunderte haben ihre Häuser verloren. Dies ist ein Vorgeschmack für die Neuseeländer: Genauso kann es in einigen Wochen hier aussehen, wenn auch in kleinerem Maßstab. Längere, trockenere Sommer stellen für die Pflanzenwelt Neuseelands eine große Herausforderung dar, da die Ökosysteme nicht mehr an Brände gewöhnt sind.

Im Sommer 2018/19 bracht im Pigeon Valley bei Nelson das größte Feuer in den letzten 50 Jahren aus. Ein Traktor, der in einem trockenen, steinigen Feld einen Funken geschlagen hatte, startete einen Flächenbrand, dem mehr als 2000 Hektar Forstplantagen, Felder und Weiden zum Opfer fielen. Seitdem arbeitet „Fire and Emergency New Zealand” an einer landesweiten Strategie für eine taktische Waldbrandkontrolle. Auch die Holzunternehmen in Otago und Tasman, denen große Teile der gefährdeten Wälder gehören, haben aufgerüstet, um Brände schnell selbst bekämpfen zu können.

Der starke Westwind soll noch mindestens bis Januar wehen – bis dahin gilt es für die Neuseeländer, die Daumen zu drücken und für die Feuerwehrleute, wachsam zu sein.

Etwas Gutes haben die Waldbrände im fernen Australien: Die staubige Luft sorgt derzeit in Neuseeland für spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge in den leuchtendsten Farben.

(Jenny Menzel)


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