Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Methanausstoß: Neuseeland züchtet klimafreundliche Schafe

Credit: Barbara Barkhausen

Kühe und Schafe tragen einen wesentlichen Teil zur Klimaerwärmung bei. In ihren Mägen gären Methan und andere Klimagase. Neuseeland testet nun ein genetisches Programm, um den Methanausstoß zu verringern. So sollen die Schafe auf Dauer klimafreundlicher werden.

In Neuseeland leben weniger als fünf Millionen Menschen, doch sechsmal so viele Schafe. Auch über zehn Millionen Rinder grasen auf den grünen Weiden am anderen Ende der Welt. Diese Nutztierhaltung produziert große Mengen Methan und Lachgas.


Neuseeland will bis 2050 klimaneutral werden

Auch wenn Neuseeland insgesamt für nur einen Bruchteil der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist – auf Pro-Kopf-Basis ist der CO2-Fußabdruck des Landes nicht unerheblich: Laut der Weltbank liegt er bei 7,7 Tonnen pro Person (Daten aus dem Jahr 2014). Deutschland kam im Vergleich auf 8,9 Tonnen.

Ungefähr ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen Neuseelands stammen aus der Viehzucht. Da der Inselstaat im Pazifik bis 2050 klimaneutral werden soll, setzt das Land auf die Wissenschaft, um den Methan- und Lachgasausstoß seiner Nutztiere und Agrarflächen – aus intensiv genutzten Böden entweicht Lachgas – zu reduzieren.


„Zuchtwert“ klassifiziert Widder


Beef + Lamb New Zealand Genetics hat deswegen einen neuen „Zuchtwert“ eingeführt, um den Methanausstoß zu messen. Um diesen Wert zu bestimmen und damit feststellen zu können, welche Widder weniger Methan ausstoßen, müssen die Tiere in eine spezielle Kammer, in der ihre Emissionen gemessen werden. Dieser Prozess muss in einem Abstand von 14 Tagen wiederholt werden. Die resultierenden Daten werden zusammen mit anderen genetischen Informationen verwendet, um den sogenannten „Methanzuchtwert“ zu berechnen.

Dieser Wert hilft den Landwirten dann bei der Auswahl der Widder, die sie für die Zucht einsetzen. Züchten die Landwirte eher mit den Tieren, die weniger Methan ausstoßen, so wird diese Eigenschaft an die nächsten Generationen weitergegeben. So soll der Methanausstoß über die kommenden Jahre sinken – ein Prozent pro Jahr laut aktueller Schätzungen. Die Nachrichten wurden in Neuseeland bisher positiv aufgenommen „Die Landwirte sind mehr daran interessiert, als ich das erwartet hatte“, sagte Russell Proffit, dessen Familie seit über 40 Jahren Widder züchtet, lokalen Medien.



Impfstoff gegen methanerzeugende Mikroben

Neuseeland arbeitet zudem an drei unterschiedlichen Methoden, um das durch Futtermittel erzeugte Methan zu verringern. Weitere Experimente gibt es mit Rindern, die wie die Schafe Methan ausstoßen. So arbeitet das Forschungsinstitut Agresearch an einem Impfstoff, der die Widerkäuer dazu anregt, Antikörper zu produzieren, die wichtige methanerzeugende Mikroben im Pansen unterdrücken.

Sind die Forschungen erfolgreich, könnten Landwirte weltweit davon profitieren. Denn derzeit sind Emissionen aus der Nutztierhaltung für rund 15 Prozent der globalen Erderwärmung verantwortlich. Sie haben zudem eine deutlich stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid – Methan ist 25-mal stärker, Lachgas sogar 298-mal.

Text und Bild: Barbara Barkhausen

Goto Top