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Air New Zealand will Etagenbetten in Economy einführen

Skynest Credit: Air New Zealand

Mit dem neuen „Skynest” von Air New Zealand sollen Passagiere auch in der Holzklasse – sprich der Economy Class – im Liegen schlafen können. Das Skynest ist eine Art Stockbett und erinnert an die Betten, in denen Passagiere der Ersten Klasse schon vor fast 70 Jahren bei der Schweizer Swissair ruhten.

Zurück in der Zeit oder das Konzept der Zukunft? Air New Zealand hat am Mittwoch ein neues Konzept für die Economy-Class vorgestellt: Stockbetten, in denen die Reisenden ausgestreckt schlafen können – ähnlich wie dies bisher nur in der Business und First Class möglich ist.

Die Etagenbetten sollen ab Oktober auf Flügen zwischen New York und Auckland pilotiert werden. Die neue Route ist die erste Nonstop-Verbindung zwischen den beiden Städten und dauert ungefähr 16 bis 18 Stunden. Laut Nikki Goodman, die bei der neuseeländischen Fluggesellschaft für das Thema Kundenerfahrung zuständig ist, „könnte ein Economy-Class-Kunde auf Langstreckenflügen zusätzlich zu seinem Economy-Sitz das Skynest buchen, um sich etwas ausruhen.“

Von der Skycouch zum Skynest

Wo genau die sogenannten Economy Skynests in der Kabine platziert werden könnten, ist noch unklar. Auch die Buchungsdetails sind bisher nicht ausgereift. Denkbar wäre, dass Reisende ihr Bett nicht unbedingt für den gesamten Flug buchen, sondern nur stundenweise, so dass mehr Passagiere die Gelegenheit haben, sich liegend auszuruhen.

Dies würde das Produkt für mehr Passagiere pro Flug zugänglich machen und die Preisschwelle senken, würde jedoch auch verlangen, dass das Flugpersonal die Kabinen zwischen den Einsätzen reinigt. Die Idee des Skynest baut auf dem Erfolg der Skycouch der Fluggesellschaft auf. Bei diesem Konzept können Familien eine Reihe von drei Economy-Sitzen in ein großes Doppelbett verwandeln.

Pod-Hotel mit sechs Schlafkapseln

Während die Skycouch einem Futon ähnelt, muss man sich das Skynest wie ein kleines Pod-Hotel mit sechs Schlafkapseln vorstellen, die 200 Zentimeter lang und jeweils 58 Zentimeter breit sind. Sämtliche Schlafstellen sollen mit einem Sichtschutzvorhang, einem Kissen, einer Decke, Laken und Ohrstöpseln ausgestattet sein. Auch ein USB-Anschluss und ein Leselicht werden momentan noch diskutiert.

Die Bilder der neuen Stockbetten erinnern an historische Aufnahmen der früheren Schweizer Gesellschaft Swissair. Die Fluggesellschaft, die 2002 ihren Betrieb eingestellt hat, hatte laut eines Berichts der „Welt“ aus dem Jahr 2013 in einigen Maschinen des Typs DC-6B Etagenbetten. In dem Artikel hatte die deutsche Zeitung eine Umfrage unter Fluglinien gemacht und dabei auch die neuseeländische Fluggesellschaft angefragt, ob sie je Etagenbetten angedacht habe. Damals antwortete Air New Zealand, man habe das Etagenbett tatsächlich ins Kalkül gezogen und ein Modell gebaut, das den Betten in der Swissair-Maschine von 1952 ähnlich sehe, aber auch die gleichen Nachteile habe. „Das heißt, wenn der oben liegende Testpassagier aus seinem Bett wollte, baumelten dem darunter liegenden Fluggast die Füße im Gesicht, so wie in einer Jugendherberge.“ Das sei das größte Manko gewesen, und deshalb habe man von der Idee wieder Abstand genommen.

Andere Fluggesellschaften könnten Konzept lizenzieren

Nun nahmen die Neuseeländer die Idee allen Anschein nach aber wieder auf: Drei Jahre habe man geforscht und entwickelt, gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt, bevor nun das Patent eingereicht wurde. Mehr als 200 Kunden hätten Feedback gegeben. Das Hauptproblem für Economy-Reisende auf Langstreckenflügen sei, dass sie sich nicht austrecken könnten, sagte Air New Zealands Marketing-Chef Mike Tod. Genau dafür habe man nun das Economy Skynest entwickelt. Sollte das Konzept erfolgreich sein und implementiert werden, hoffen die Neuseeländer darauf, dass auch andere Fluggesellschaften es – ähnlich wie zuvor die Skycouch – bei ihnen lizenzieren werden.

Andere Fluglinien haben zwar auch schon über ähnliche Konzepte nachgedacht, doch umgesetzt wurde bisher kaum etwas – vor allem da die Idee viel Platz im ohnehin engen Flugzeugraum wegnimmt. So überlegte Air France 2016 beispielsweise, Etagenbetten im Frachtraum einzubauen und zwei Jahre zuvor hatte das britische Designbüro Factorydesign die Konzeptkabine Air Lair vorgestellt, übereinandergelagerte Schlafstellen, in die sich Passagiere wie in einen Kokon einbetten hätten können.

Barbara Barkhausen

Foto: Credit: Air New Zealand

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