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Pazifikinsel Niue: Im dunkelsten Land der Erde

Credit Niue Tourism

Bis vor zwei Jahren kannte kaum jemand die Pazifikinsel Niue. Doch dann machte ein einsamer Erpel das Eiland weltberühmt. Jetzt ist die winzige Nation erneut in den Schlagzeilen: Sie wurde zum dunkelsten Land der Erde ernannt – und damit zum Paradies für Sternengucker.

Kaum irgendwo sonst lässt sich der Sternenhimmel so gut beobachten wie auf Niue. Die kleine Inselnation, die weit entfernt von großen Landmassen und der damit verbundenen Lichtverschmutzung ist, wurde nun zum dunkelsten Land der Erde ernannt.

Insgesamt führt die International Dark-Sky Association (IDA) über 130 solcher „Dark Sky Places“ auf, doch Niue ist der einzige Ort, der es als ganzes Land auf die Liste geschafft hat. In keinem anderen Land der Erde wird der Blick auf den Nachthimmel von so wenigen Lichtquellen gestört wie auf der 260 Quadratkilometer großen Pazifikinsel. Niue, das einen dreieinhalbstündigen Flug oder knapp 2800 Kilometer von Neuseeland entfernt ist, ist damit zum Traumziel für jeden Astronom geworden.

Lange Tradition der Sternenkunde

Laut der lokalen Tourismusbehörde pflegen die Menschen auf Niue schon lange Sternennavigation und führen ein Leben, das von Mondzyklen und Sternenpositionen gesteuert wird. „Das Wissen über den Nachthimmel, das von den Ältesten in der Gemeinde bewahrt wird, wurde über Generationen weitergegeben“, heißt es auf der Facebookseite der Behörde. Und auch künftig wollen die Inselbewohner dieses Wissen teilen. Deswegen bieten sie für Besucher geführte Astro-Touren an, während derer der Sternenhimmel erklärt wird.

Die Ältesten der Gemeinde hoffen zudem, dass die Ernennung Niues zur „Dark Sky Nation“ auch in den jüngeren Generationen die Leidenschaft entfacht, mehr über Sternenkunde zu lernen. „Niues Himmel wird seit Jahrhunderten beobachtet und geschätzt“, erklärte Misa Kalutea, eine Älteste aus Niue. Der neue Status würde „die Bedeutung unseres traditionellen Wissens“ unterstreichen und einen Grund für das Nacherzählen und Teilen des Wissens geben, bevor es verloren gehe.

Sterne und Enten bringen Niue in die Weltnachrichten

Durch seine abgelegene Lage im Pazifik war die Insel bisher selten weltweit in den Schlagzeilen. Doch vor zwei Jahren geriet die Inselnation, die einen Assoziierungsvertrag mit Neuseeland hat, schon einmal in die Weltnachrichten. Grund war damals die „einsamste“ Ente der Welt. „Trevor, the Duck“ stammte vermutlich aus Neuseeland und lebte auf Niue in einer Pfütze, die sich nach Regen gebildet hatte.

Da normalerweise keine Enten auf dem felsigen Niue leben, wo es keine Flüsse, Seen oder Teiche gibt, rätselten nicht nur die 1600 Einwohner Niues, sondern bald die ganze Welt, wie der einsame Migrant auf die Pazifikinsel gelangt sein mochte. Hatte ein Sturm die Ente von Neuseeland bis auf die kleine Insel geblasen oder war sie gar als blinder Passagier auf einem Schiff angereist? Geklärt werden konnte diese Frage nie und wenige Monate nach seinem Eintreffen starb Trevor dann auch, nachdem ihn Hunde anfielen.

Neuer Trend: Astrotourismus

Astrotourismus ist immer mehr im Trend. Die Reiseführer-Reihe „Lonely Planet“ hat den Sternenguckern sogar einen eigenen Reiseführer gewidmet. Einige Urlaubsziele werben inzwischen sogar mit ihrem besonders dunklen Nachthimmel, darunter  Neuseeland, Schottland oder Australien.

In Australien wurde beispielsweise die Murray River Region in Südaustralien erst vor Kurzem als einer der Orte ausgezeichnet, von denen der Sternenhimmel weltweit am besten sichtbar ist. Insgesamt sind die Sichtverhältnisse im dunklen Outback besonders gut – nicht umsonst veranstaltet die Astronomical Society of New South Wales einmal im Jahr dort sogar eine Sternenparty.

Barbara Barkhausen

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