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Neuseeland geht auf Bärenjagd

Credit: Barbara Barkhausen

Neuseeland hat trotz geringer Corona-Zahlen seit einer Woche eine Ausgangssperre ausgerufen. Eine Beschäftigung ist aber ausdrücklich erlaubt: Kinder dürfen auf „Teddybärenjagd“ gehen. Selbst die Premierministerin hat inzwischen einen Stoffbär ins Fenster gestellt.

Langeweile in der Selbstisolation – das kennt inzwischen jeder von uns. Um den Kindern trotz Ausgangssperre und „Social Distancing“ ein wenig Freude zu bereiten, haben die Neuseeländer eine „Bärenjagd“ ins Leben gerufen.

Inspiriert von dem beliebten britischen Kinderbuch „Wir gehen auf Bärenjagd“ von Michael Rosen haben zehntausende Neuseeländer ihre Gartenzäune, Verandas und Fenster mit Teddybären bestückt. Dies soll Kindern in der Nachbarschaft eine Freude bereiten, wenn sie mit ihren Eltern spazierengehen, aber auch Durchhaltewillen zeigen – nicht umsonst ist das Motto des Buches: „Wir haben keine Angst“.

Strenge Ausgangsbeschränkungen
Für kurze Spaziergänge ins Freie zu gehen, ist zudem eine der wenigen Beschäftigungen, die während der strengen neuseeländischen Ausgangssperre derzeit noch erlaubt ist. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat das Land trotz weniger hundert Covid-19-Fälle frühzeitig mit strengen Restriktionen belegt, um eine Ausbreitung der Viruserkrankung in dem Inselstaat zu verhindern.

Die Grenzen nach außen sind geschlossen und alle nicht-essentiellen Geschäfte und Dienstleistungen müssen für einen Monat dichtmachen. Die Neuseeländer sind zudem angehalten, möglichst zu Hause zu bleiben. Kurze Spaziergänge sind allerdings ausdrücklich erlaubt, solange die Bürger in ihrer Nachbarschaft bleiben und die vorgeschriebene Distanz zu anderen einhalten.

Premierministerin spielt auch mit
Premierministerin Jacinda Ardern, die ihr Land nach einer Terrorattacke auf zwei Moscheen in Christchurch und einem Vulkanausbruch bereits durch die dritte große Krise führen muss, unterstützt die Bärenjagd selbst auch. So hat sie laut lokaler Medienberichte einen Teddy ins Fenster des „Premier House“ in Neuseelands Hauptstadt Wellington gestellt, wo sie zusammen mit ihrem Verlobten, dem Fernsehmoderator Clarke Gayford, und ihrer kleinen Tochter Neve in Selbstisolation ist.

Die Neuseeländerin Annelee Scott, die die Bärenjagd gestartet hat, schrieb Ende März auf Facebook: „Ich habe diese Gruppe ins Leben gerufen in der Hoffnung, unsere Kleinen (und nicht so Kleinen) zu unterhalten, während wir alle mit der Selbstisolation zurechtkommen müssen.“ Es sollten alle mitmachen, selbst wenn einer keinen echten Teddybär hätte. Schließlich könne man ja auch einen zeichnen oder malen. In Anspielung an das Buch schrieb sie: „Jedes Mal, wenn Sie und Ihre Kinder draußen sind, halten Sie Ihre Augen offen nach diesen Teddybären... Sie könnten ja auch mal einen GROSSEN finden.”

Tribut für erkrankten Kinderbuchautor
Aus Langeweile heraus geben sich manche Neuseeländer sogar besonders viel Mühe. So kreiert die Studentin Jiavra Cohen aus Dunedin auf der Südinsel Neuseelands jeden Tag eine neue Teddybär-Szenerie auf ihrer Veranda. Einen Tag gingen die Bären bereits picknicken, an einem anderen waren sie beim Fischen. „Meine Mama und ich gestalten jeden Tag eine neue Szene, aber die Angelszene haben wir gewählt, weil es eine der Lieblingsbeschäftigungen meines Papas ist“, sagte Cohen der australischen Ausgabe des Guardian. Sich jeden Tag etwas Neues auszudenken, sei zudem ein guter Zeitvertreib und ihre Mutter genieße, von der Veranda aus mit den Nachbarn zu sprechen.

Inzwischen ist die „Bärenjagd“ auch in Teilen Australiens beliebt und schwappt nach ersten Berichten auch in andere Länder über. In gewisser Weise wird sie zudem zu einer Art Tribut für den Autor des Kinderbuchklassikers, Michael Rosen, der derzeit in Großbritannien auf der Intensivstation liegt, nachdem er – wie man vermutet – an Coronavirus erkrankt ist.

Foto & Text Barbara Barkhausen

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