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Corona, na und? Neuseeländer fährt die Tour de France – in seinem Apartment

Credit: Scotty Bensley

Scotty Bensley ist 26 Jahre alt und kommt aus Mairangi Bay in Aucklands North Shore. Seit zwei Jahren lebt er in New York, mitten im Zentrum der Corona-Krise. Während sich seine Nachbarn während der Ausgangssperre mit 30-Minuten-Workouts fit halten, wollte Bensley die erzwungene Auszeit nutzen, um etwas Besonderes zu erreichen.

Inspiriert vom Beispiel eines Langstreckenläufers, der in Paris auf seinem Balkon eine Marathondistanz absolvierte, schwang sich Scotty Bensley auf sein Fahrrad. Er wollte die Strecke der Tour de France nachfahren: 3.366 Kilometer.
Genau wie die Profi-Fahrer teilte Bensley seine Radtour in Etappen auf. Er maß die Strecke der Tour de France von 2019 genau ab und errechnete, wie viele Kilometer am Tag er fahren musste.

Auf Amazon fand der Neuseeländer einen günstigen Heimtrainer, auf Ebay kaufte er sich ein gelbes Trikot und Radlerhosen.
Und dann ging es los: Über den Verlauf von drei Wochen schwang sich Bensley jeden Tag aufs Rad und strampelte die Etappen der Tour de France ab – das dauerte sieben bis acht Stunden, und zwar nach der Arbeit.
Vom 6. April bis zum 28. April legte der Neuseeländer, der vorher nie mehr als 20 Minuten am Stück auf einem Rad gesessen hatte, insgesamt 3.366 Kilometer zurück. Er brauchte dafür 126 Stunden. Nach der ersten Etappe, erzählt Bensley, hätte er gezittert und wäre schweißbedeckt gewesen. Am Ende habe er „keinen Arsch mehr gehabt“, seine Radlerhose musste er mit Geschirrtüchern polstern.

Aber die Unterstützung, die er von Freunden und seiner Familie aus Neuseeland bekam und die Anfeuerung über Instagram halfen ihm, weiterzutreten. Für die letzte Meile der Tour de France trug Scotty Bensley sein Fahrrad auf die Straße hinunter. Wie es sich für das Finale gehört, radelte er in Siegerpose und mit einer geöffneten Flasche Champagner die Straße vor seinem Haus in der Lower East Side entlang.

Auf Applaus musste er wegen der Ausgangssperre weitgehend verzichten, aber das focht den frischgebackenen Rennradler nicht an. Vielleicht ist er jetzt so gut im Training, dass er an der „richtigen“ Tour de France teilnehmen kann – die wurde wegen Corona auf September verschoben.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Scotty Bensley

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