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Unterstützung aus Deutschland für Wellingtons Wasserrohre

CREDIT: Tourism New Zealand

Wellington hat ein Problem: Die neuseeländische Hauptstadt kämpft mit maroden Abwasserleitungen. Deshalb traf trotz der strengen Einreisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im April ein internationaler Flug ein, der eine Gruppe von Deutschen an Bord hatte.

Die Deutschen sind Teil eines internationalen Expertenteams und haben den weiten Weg und strikte Hygieneregeln auf sich genommen, um bei der Reparatur der Hochdruck-Abwasserleitungen am Mt Albert zu helfen. Diese alten Leitungen waren so kaputt, dass ein Auslaufen des verschmutzten Abwassers ins Meer drohte.

Seit Monaten fahren Lastwagen zwischen Moa Point südlich des Flughafens und Wellingtons größter Mülldeponie an der Owhiro Bay hin und her. Sie bringen den verdichteten Schlamm dorthin, um eine Verschmutzung der Küstengewässer zu verhindern. Allzu lange kann dieser Notbehelf nicht andauern: Die Müllkippe wird auf Dauer zu „matschig“, wenn das Verhältnis zwischen festen Abfällen und verdichtetem Abwasser nicht stimmt.

Ein internationales Team aus Technikern während des Corona-Lockdowns und angesichts der enorm eingeschränkten Flugverbindungen ins Land zu bringen, war nur mit einer speziellen Ausnahmegenehmigung der Regierung möglich. Nach ihrer Ankunft verbrachten die Abwasser-Experten zunächst 14 Tage in Auckland in Quarantäne. Nach erfolgreicher Absolvierung ohne einen Corona-Fall durften sie nach Wellington weiterreisen.
Der Stadtrat von Wellington zeigte sich begeistert und sehr erleichtert – ein Verschieben des Reparaturprojekts auf eine Zeit „nach Corona“ hätte die maroden Wasserleitungen womöglich endgültig überlastet. „Das Projekt ist eine technische Herausforderung und wird uns geraume Zeit beschäftigen. Aber wir sind erleichtert, dass wir jetzt wenigstens anfangen können“, sagte ein Vertreter von Wellington Water. „Wir sind auch sehr dankbar, dass sich das Team aus Deutschland bereit erklärt hat, in diesen unsicheren Zeiten für unbestimmte Zeit von seinen Familien getrennt zu sein.”

Für die Reparatur der beschädigten Leitungen wird zunächst im Abwassertunnel unter dem Mt Albert ein 1,8 Kilometer langer, hochfester Verbindungszylinder eingeführt. Passanten der Adelaide Road werden eine temporäre Bodenschwelle am Wakefield Park bemerken, unter der ein Rohr liegt, durch das der Zylinder von einem benachbarten Tennisplatz mit einer Winde hineingezogen wird. Dieser Prozess muss an einem Stück erfolgen und darf nicht unterbrochen werden; Anwohner werden etwa 18 Stunden lang enormen Lärm von der Winde ertragen müssen. Zur Belohnung müssen sie danach nicht mehr den täglichen Krach der Lkw hören, die das Abwasser zur Müllkippe bringen.

Das deutsche Technikerteam wird in Neuseeland bleiben, bis ein zweiter Zylinder für die Wasserleitung hergestellt und ins Land gebracht wurde. Auch dieser wird mit internationalem Know-how eingebaut. Bis dahin kümmert sich der Stadtrat von Wellington um die Gesundheit und Sicherheit seiner deutschen Gäste. Sean Wright von Wellington Waters schwört: „Diese Techniker sind um die halbe Welt gereist, um Wellingtons Infrastruktur zu reparieren. Solange sie hier sind, werden sie sicher und gesund sein.”

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Tourism New Zealand

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