Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Willkommen bei 360° Neuseeland

So erholt sich die Natur nach einem Erdbeben

Copyright: University of Canterbury

Vor über drei Jahren riss ein Erdbeben der Stärke 7,8 schwere Narben in die neuseeländische Landschaft. Die Kraft des Bebens rückte selbst die neuseeländische Nord- und Südinsel zwei Meter näher aneinander. Jetzt zeigen Drohnenaufnahmen, wie die Natur sich selbst wieder heilt.

Als die Erde am 14. November 2016 bebte, veränderte sich die neuseeländische Landschaft so sehr, wie seit 150 Jahren nicht mehr. Das Beben der Stärke 7,8 auf der Richterskala riss im Norden der Südinsel tiefe Gräben in die Erde. Mehr als 100.000 Erdrutsche verschütteten Straßen und Eisenbahnlinien, zwei Menschen starben.

Die enorme Kraft des Bebens rückte die neuseeländische Nord- und Südinsel zwei Meter näher zusammen und hob die Erde in einzelnen Bereichen gleich um mehrere Meter an. Die neuseeländische Ingenieurfirma Tonkin and Taylor, die die Schäden inspizierte, notierte beispielsweise eine Anhebung der Küste um zwei bis zweieinhalb Meter auf einer Länge von 110 Kilometern nördlich von Kaikōura auf der Südinsel Neuseelands.

Dramatische Zerstörung des Ökosystems
„In Gebieten um Waipapa mit der größten Küstenerhebung von etwa sechs Metern wurden ganze Algenbetten, die früher unter Wasser waren, hochgehoben und trockneten aus“, sagte David Schiel, ein Marinökologe an der Universität von Canterbury in Christchurch. „Wir standen unter großen Felsblöcken, an denen mehrere Meter langer, trocknender Seetang von oben herabhing und langsam in der Sonne backte.“

Tonnen von Paua-Muscheln seien freigelegt worden und innerhalb von wenigen Tagen trotz der besten Bemühungen der Bevölkerung, zumindest einige von ihnen wieder ins Wasser zu bringen, gestorben. Tausende von Fischen und Hummern kamen ebenfalls ums Leben, da sich das Erdbeben kurz nach Mitternacht während auflaufender Flut ereignete, so dass viele Fische, die in die Nähe des Ufers geschwommen waren, um nach Futter zu suchen, dort strandeten. „Der Gestank nach sterbenden Algen und Tieren war überwältigend“, sagte der Forscher. „Keiner von uns hatte je eine solche Zerstörung des Ökosystems erlebt.“

Sedimente verändern Küste noch immer
Über drei Jahre später haben die Forscher nun untersucht, wie die Natur sich nach dem gewaltsamen Einschnitt wieder erholt hat. Dronenaufnahmen zeigen, dass die „Erholung an manchen Stellen gut und an anderen weniger gut ist“, wie Shane Orchard sagte, ein Umweltwissenschaftler, der ebenfalls an der Studie der neuseeländischen Universität beteiligt ist. In weiten Teilen der Küste fehlt es nach wie vor an Seetangbewuchs und auch die großen Algenplattformen sind bisher nicht zurückgekehrt. Dagegen bilden sich neue Algen in den Randbereichen und auch die Paua-Populationen haben sich „bemerkenswert gut“ erholt, wie die Forscher herausfanden.

Ein Problem sei aber nach wie vor die große Menge an Sedimenten, die während starken Regens aus den erdbebengeschädigten Hügeln ströme, sagte Orchard. Diese würden Teile der Küste begraben und damit die Küstenlinie nach wie vor verändern. „Diese Sedimentablagerungen können für einige Arten ein Problem darstellen, sind für andere jedoch ein Bonus, da sich in zuvor felsigen Gebieten neue Strandökosysteme entwickelt haben.“ Die Veränderung des Ökosystems sei also selbst dreieinhalb Jahre nach dem Erdbeben noch nicht abgeschlossen.

In der geologisch aktivsten Zone der Erde
Neuseeland wird häufig von Erdbeben erschüttert. Das Land befindet sich in der geologisch aktivsten Zone der Erde – dem Pazifischen Feuerring. Hier treffen mehrere Kontinentalplatten aufeinander, die immer wieder die Erdkruste in Bewegung halten. Obwohl das Beben in Kaikōura mit einer Stärke von 7,8 bedeutend war, gilt das Beben  in Christchurch 2011 als das bisher schlimmste in diesem Jahrhundert. Damals waren bei einem Beben der Stärke 6,3 185 Menschen ums Leben gekommen.

Vor allem Wellington wird von mehreren hundert kleineren Beben pro Jahr erschüttert. Denn die auf der Nordinsel gelegene Hauptstadt Neuseelands befindet sich direkt auf einer Erdbebenspalte. Erst vergangene Woche hatte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern weltweite Schlagzeilen gemacht, nachdem sie ein Live-Interview fortsetzte, obwohl die Erde unter ihr zu diesem Zeitpunkt heftig bebte und die Kulissen hinter ihr wankten.

Barbara Barkhausen

Copyright: University of Canterbury

Erklärung zum Foto: https://www.facebook.com/1807759609505990/photos/pcb.2742438462704762/2742437986038143/?type=3&theater

 

Goto Top