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Übersee-Urlaub im Lockdown: auf den Chatham Islands

iew_from_Chatham_Islands CREDIT Ville Miettinen Wikimedia Commons CC 2.0
Die Chatham Islands liegen mehr als 800 Kilometer östlich vom neuseeländischen Festland im stürmischen Südpazifik. Hin gelangt man nur mit einem Propellerflugzeug, und doch gehören die elf Inseln zum Staatsgebiet von Neuseeland.

Die Außengrenzen des Landes sind zwar immer noch fast komplett für Einreisen aus anderen Ländern geschlossen, um neue Corona-Fälle zu verhindern. Aber auf den Chatham Islands können Kiwis in Phase 2 des Lockdowns bereits wieder Urlaub machen – und die dort ansässigen Tourismus-Anbieter hoffen, dass nun mehr Neuseeländer die Gelegenheit für einen Übersee-Trip ergreifen.

Die abgeschiedenen, zwei Flugstunden entfernten Inseln sind rau und wild, nur zwei von ihnen sind bewohnt. Auf Chatham und Pitt Island leben nur 600 Menschen – ideale Bedingungen für einen Corona-Urlaub mit „social distancing“. Auch auf den winzigen Inseln gibt es Tourismus – normalerweise jedenfalls.

Die Anbieter von Unterkünften und Touren wurden durch die Corona-Pandemie ebenso hart getroffen wie ihre Kollegen auf den Hauptinseln Neuseelands. Die Monate von März bis April sind auf den Chatham Islands eigentlich die beste Reisezeit. In dieser Zeit nehmen die Unternehmer das Geld ein, mit dem sie über den Winter kommen müssen; eine Zeit, in der fast keine Besucher auf die Chatham Islands gelangen.

Was kann man auf den Chathams überhaupt machen? Eine ganze Menge, sagen die Einwohner, die vor allem vom Fischfang, Landwirtschaft und dem Tourismus leben. Hier gibt es reichlich Natur, ein mildes Klima und viele einzigartige Pflanzen- und Tierarten. Außerdem haben die Chatham-Inseln eine besondere Geschichte: Hier lebte früher das friedliche Volk der Moriori, die am Anfang des 19. Jahrhunderts von eingewanderten Maori ausgerottet wurden. 1842 wären die Inseln um ein Haar eine deutsche Kolonie geworden.

Die Hauptattraktion der Chathams ist ihre Abgeschiedenheit. Hier fühlt sich das Leben an, wie es in Neuseeland vor 20 oder 30 Jahren war – für viele eine attraktive Zeitreise rückwärts. Man bewegt sich im Rhythmus der Gezeiten und des Windes, Uhren und Kalender spielen kaum eine Rolle.

Höchstens in einem Punkt sind sie wichtig: Die Chatham Islands sind der offiziell östlichste Punkt Neuseelands, hier sieht man morgens als erster Mensch die Sonne aufgehen. Wer hierher kommt, muss die Uhr noch einmal 45 Minuten vor die Neuseeland-Zeit umstellen. Dieses raue, einfache Leben genießen jedes Jahr etwa 2000 Touristen, von denen mehr als 90 Prozent Neuseeländer sind. Kerry Fleming, die Besitzerin von Chatham Islands Tours, hofft, dass sie sich bald sicher genug fühlen, um zurückkehren.

Einige Anbieter überlegen allerdings, ob sie ihre Türen überhaupt wieder öffnen sollten, wo ohnehin die ruhige Nebensaison beginnt. Trotzdem wird bereits an Konzepten gearbeitet, die normale Besuchersaison ein wenig zu verlängern.

Die Strategieplanung von Tourism Chatham Islands hatte erst im vorigen Jahr entschieden, dass die Inseln in den kommenden Jahren doppelt so viele Besucher empfangen könnten; das soll aber grundsätzlich auf nachhaltige Weise und unter voller Kontrolle der Inselbewohner passieren.

Derzeit bietet Air Chathams als einzige Fluggesellschaft drei Passagierflüge pro Woche an, könnte diese Zahl aber bei gesteigerter Nachfrage erhöhen. Da die Neuseeländer in absehbarer Zukunft keine Fernreisen machen werden können, haben die Chatham-Bewohner Grund zur Hoffnung, dass sie bald mehr Gäste sehen werden.

==> https://www.cic.govt.nz/your-council/visit-the-chatham-islands/

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Ville Miettinen, Wikimedia Commons, CC 2.0

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