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Quo vadis, Neuseeland? Stimmen mehren sich gegen die strenge Isolationspolitik

Credit: Northland Inc. Tourism

Das Dokument “Re-engaging New Zealand with the World” fordert eine neue Herangehensweise an das Management der Corona-Grenzkontrollen und eine Wiederaufnahme der Verbindung Neuseelands zum Rest der Welt.

In ihrer Erklärung stellen Rob Fyfe, ehemaliger Chef von Air New Zealand, die ehemalige Premierministerin Helen Clark und der ehemalige oberste wissenschaftliche Regierungsberater Sir Peter Gluckman die Frage, wie lange die derzeitigen Einreisebeschränkungen noch fortgesetzt werden sollten – und können. Den Preis für die strikte nationale Corona-Strategie “Keep it out, stamp it out” zahle die neuseeländische Wirtschaft und damit am Ende jeder Einwohner und jede Einwohnerin Neuseelands.

Um Neuseeland wieder global zu vernetzen, brauche das Land eine neue, langfristige Strategie für den Wiedereintritt in die Staatengemeinschaft. In der Anfang Juli veröffentlichten Erklärung heißt es: “Wir setzen all unsere Hoffnungen auf einen Impfstoff, aber dieser könnte länger auf sich warten lassen, als es der derzeitige Hype vermuten lässt. Können wir es uns leisten, in fast totaler physischer Isolation ein weiteres Jahr, zwei Jahre oder noch länger zu verharren?“

Die große Frage lautet: Wie hoch darf der Preis werden, den man für die Isolation zu zahlen bereit ist? Betroffene und Leidtragende sind nicht nur die Tourismusbranche, der Bildungssektor und die Exportwirtschaft, sondern auch das Image, mit dem Neuseeland weltweit wahrgenommen wird und seine wirtschaftliche und politische Rolle auf der Weltbühne.

Sollte sich Neuseeland auf unabsehbare Zeit fast komplett von der Außenwelt abschotten, um seine Corona-Strategie des „Draußen halten, ausrotten“ durchzusetzen? Oder wäre es besser, diesen Ansatz abzumildern und zum Beispiel ausländische Studenten und Langzeitreisende kontrolliert wieder einreisen zu lassen? Ist das Ziel der kompletten Ausrottung des Corona-Virus langfristig überhaupt sinnvoll – und notwendig?
Noch wichtiger erscheint die Forderung nach einer neuen Langzeitstrategie im Angesicht der schwindenden Hoffnungen auf eine „Trans-Tasman bubble“ mit Australien in der nahen Zukunft.


Hatte es im Juni noch so ausgesehen, als wäre auch der große Nachbar auf dem besten Weg, Corona im eigenen Land zu besiegen, zwangen neue Ausbrüche in mindestens einem Bundesstaat nun sogar zu lokal beschränkten neuen Lockdowns. Auch die erhofften neuen Verbindungen mit Singapur haben sich zerschlagen. Andere pazifische Staaten, mit denen man gegenseitige Austausch-Öffnungen vereinbaren könnte, folgen nicht der Eliminierungsstrategie, die Neuseeland so wichtig ist und die höhere Anforderungen an das Einreisemanagement stellt.


Wie Neuseeland zukünftig mit dem Corona-Virus umzugehen gedenkt, dürfte in den nächsten Wochen zu spannenden Diskussionen führen – denn im September wird gewählt.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Northland Inc. Tourism

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