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Neuseeland berechnet Rückkehrern 3100 NZD für Corona-Quarantäne

Credit: Pixabay
Wochenlang haben die Neuseeländer über die juristische und moralische Angemessenheit einer Kostenbeteiligung an den Quarantäne-Einrichtungen diskutiert, wo sich seit Anfang April 2020 jeder Einreisende für 14 Tage aufhalten muss, bis er zweifelsfrei als Corona-frei gelten kann.

Zehntausende Neuseeländer saßen nach der sehr kurzfristigen Ausrufung des Lockdowns und dem Zusammenbruch internationaler Flugverbindungen im Ausland fest. Tausende sind inzwischen zurückgekehrt – um aus dem Urlaub heimzukehren, ihren Lebensmittelpunkt wieder in die Heimat zu verlegen oder auch nur für kurze Zeit, um sterbende Verwandte zu besuchen.

Sie alle müssen sich 14 Tage lang in einem von zwölf Fünf-Sterne-Hotels aufhalten, wo sie auf Staatskosten versorgt werden. Das zieht den Unmut einiger Neuseeländer auf sich, die murrten, ihre Steuergelder sollten in der aktuellen Wirtschaftskrise besser verwendet werden. Die Kosten der Unterbringung werden auf 3000 NZD geschätzt, und die sollten die Rückkehrer doch bitte selbst übernehmen – immerhin habe sie ja niemand gezwungen, Neuseeland überhaupt zu verlassen.

Empörte Gegenstimmen wurden sofort laut: Neuseeländische Staatsbürger sollten kein Geld bezahlen müssen, um in ihre Heimat zurückkehren zu können. Sie stehen wegen der Corona-Krise ohnehin oft vor dem finanziellen Ruin – für viele der Grund, warum sie überhaupt nach Neuseeland zurückkehren. 3000 NZD können sich viele Rückkehrer schlicht nicht leisten.

Nun hat die Regierung entschieden: Nicht alle, aber doch einige Rückkehrer werden für ihren Aufenthalt in der überwachten Isolierung einen Betrag von 3100 NZD bezahlen müssen. Für jeden weiteren Erwachsenen einer Reisegruppe fallen 950 NZD an, Kinder bezahlen jeweils 475 NZD.

Megan Woods, als Ministerin zuständig für die Corona-Isolierung und Quarantäne, kündigte am 29. Juli an, die neuen Regeln würden nur für diejenigen gelten, die Neuseeland nach ihrem Inkrafttreten verlassen oder die das Land für weniger als 90 Tage besuchten. Es werde auch Ausnahmen für begründete Härtefälle geben.

Die Regierung erklärte bereits bei der Ankündigung, dass diese Gebühr die insgesamt anfallenden Kosten für die Corona-Quarantänemaßnahmen wohl unerheblich absenken werde. Es werden Einnahmen von etwa 10 Millionen NZD dadurch erwartet, demgegenüber stehen geschätzte Kosten von 500 Millionen NZD bis zum Jahresende.
Die Labour-Partei, die zusammen mit der populistischen NZ First und den Grünen regiert, geht mit ihrer Entscheidung einen anderen Weg, als ihn die Oppositionspartei National vorgeschlagen hat: Diese wollten jedem Rückkehrer 3000 NZD berechnen und nur wenige Ausnahmen aus medizinischen oder finanziellen Gründen zulassen.
Auch wenn der Koalitionspartner NZ First den Vorschlag von Labour empört abgelehnt hat, wird eine schnelle Verabschiedung des Gesetzes erwartet.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Pixabay

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