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Zigarettenverkauf in Neuseeland sinkt – aber die Kiwis rauchen weiter

Der Zigarettenverkauf in Neuseeland sinkt schneller als je zuvor – es werden 410 Millionen weniger Glimmstängel verkauft als noch vor zwei Jahren. Das liegt aber vor allem daran, dass immer mehr Raucher auf Alternativen wie „Vaping” umsteigen.

Die Wirtschaftsdaten von Tabakunternehmen in Neuseeland, die das Gesundheitsministerium veröffentlicht, zeigen Jahr für Jahr einen deutlichen Rückgang der Zigarettenverkäufe. 2019 wurden etwa 2132 Millionen Zigaretten verkauft, während es 2015 noch 2583 Millionen waren.

Das entspricht einem jährlichen Rückgang von etwa 8 Prozent; ein Dreifaches der Rate der ersten Jahre, seitdem das Regierungsprogramm „Smokefree 2025“ im Jahr 2011 startete.

Der Trend wird einerseits beflügelt durch die steigenden Kosten des Rauchens: Ein 25er-Pack Zigaretten kostete 2011 in Neuseeland 16,39 NZD, heute liegt der Preis bei 41,89 NZD. Aber auch auf den Markt drängende Alternativen wie E-Zigaretten laufen den herkömmlichen Glimmstängeln den Rang ab. Gesundheitsforscher sind dennoch skeptisch, ob sich das Staatsziel, bis Dezember 2025 weniger als 5 Prozent Raucher*innen in Neuseeland zu haben, erreichen lässt. Die Organisation End Smoking NZ fordert, dass ab 2021 die Tabak-Importe um jährlich 5 Prozent gesenkt werden müssten. 2020 ist auch das erste Jahr seit 2011, in dem die Tabakpreise nicht weiter angehoben wurden.

Inzwischen sind Zigaretten in Neuseeland exorbitant teuer. Die Preise dafür weiter zu erhöhen, könnte nach Ansicht von Experten mehr Schaden als Nutzen bringen: Vor allem Menschen mit sehr niedrigem Einkommen, die durch die Corona-Krise ohnehin schon überdurchschnittlich geschädigt wurden, würden dadurch über Gebühr belastet.

Neben steigenden Preisen ist das effektivste Mittel im Kampf gegen das Rauchen der erschwerte Zugang zu Tabakerzeugnissen. Raucher*innen, denen das Aufhören extrem schwer fällt, brauchen außerdem akzeptable Alternativen. Statt Nikotinpflastern und kaugummis gibt es heute E-Zigaretten und Vaporizer, die von vielen Experten als deutlich weniger gesundheitsschädlich eingeschätzt werden. Trotzdem will der neuseeländische Staat verhindern, dass E-Zigaretten nun einfach den Platz der Tabakprodukte einnehmen. Vaping wird als möglicher Umstieg für das Abgewöhnen vom Rauchen akzeptiert, soll aber kein neuer Einstieg werden.

Eine Studie der Universität von Auckland unter 14- und 15-Jährigen fand, dass ein Viertel der Jugendlichen, die E-Zigaretten probieren, vorher nie Tabak geraucht haben. An vielen Schulen werden täglich Dampfer konfisziert, weil die neuen Alternativen auf junge Menschen so verführerisch wirken. Ab November 2020 wird in Neuseeland denn auch Werbung für E-Zigaretten verboten werden.

(Jenny Menzel), Photo Credit: Smokefree NZ 2025, Health Promotion Agency Te Hiringa Hauora

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