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Erste Nashorn-Geburt seit 20 Jahren in Auckland

Ende August verkündete der Zoo von Auckland die lange erwartete Geburt eines kleinen Nashorns. Es ist das erste Nashornbaby seit 20 Jahren, das hier im Zoo zur Welt kommt.
Das “Kleine” ist ein Mädchen und wurde am 14. August als erstes Kalb seiner 30 Jahre alten Mutter Jamila, einem Südlichen Breitmalnashorn, geboren. Für ihre erste Geburt brauchte Jamila nur eine Stunde, nachdem sie ihre Tochter 16 Monate lang im Bauch getragen hatte. Das Neugeborene brachte ein gesundes Gewicht von 65 kg auf die Waage und stellte die Tierärzte damit sehr zufrieden. Die Frage, die nun alle – oder wenigstens – viele Neuseeländer beschäftigt, lautet: Wie soll die kleine Nashorndame heißen?

Die Angestellten des Auckland Zoo haben bisher eine Liste mit etwa 30 Namensvorschlägen aufgestellt. Sie konnten sich jedoch nicht entscheiden, und rufen deshalb – wie es bei der Geburt von neuen Zootieren üblich ist – die Bevölkerung zum Mitmachen auf. In den nächsten Tagen wird auf den Social Media Accounts des Zoos eine Namens-Aktion starten.
Es gibt einen Namensvorschlag auf der Liste, der höchstwahrscheinlich nicht gewählt wird: Der landesweit bekannte General-Gesundheitsdirektor Dr. Ashley Bloomfield ist nicht etwa unbeliebt bei den Kiwis. Immerhin kümmert er sich seit Februar 2020 unermüdlich um den Kampf Neuseelands gegen das Covid-19-Virus. Allerdings gibt es bereits ein kleines Nashorn, das nach Dr. Ashley Bloomfield benannt wurde – es lebt in Botswana und seine Taufe wurde durch ein neuseeländisches Unternehmen gesponsert.

Auch ohne einen Namen entwickelt sich die kleine Nashorndame im Auckland Zoo sehr zufriedenstellend und wird jeden Tag größer. Verdauung, Schlaf und das Verhalten des Nashornbabys gegenüber Menschen werden genau beobachtet. Sie folgt ihrer Mutter überall hin, trinkt brav ihre Milch, schläft gut und wird jeden Tag aktiver, vermelden die Tierpfleger.

Das Südliche Breitmaulnashorn (auf Englisch „White Rhino“ genannt, obwohl es gar nicht weiß ist) galt Ende des 19. Jahrhunderts bereits als ausgerottet, bis man im Osten Südafrikas eine Herde von zehn Tieren entdeckte. Von diesen zehn Tieren stammen alle heute lebenden Südlichen Breitmaulnashörner ab. Dank intensiver Artenschutzbemühungen sind das immerhin schon wieder rund 18.000 Tiere, die nicht nur in Südafrika leben, sondern auch nach Kenia eingeführt wurden.

Die einzige andere Unterart, das Nördliche Breitmaulnashorn, gilt seit 2008 in freier Wildbahn als ausgestorben. Die vier letzten lebenden Vertreter der Art, die in Zoos und Reservaten leben, können sich nicht mehr auf natürliche Art fortpflanzen. Mit einem aufwendigen Arterhaltungsprogramm sollen nun Südliche Breitmaulnashorn-Mütter im Labor gezüchtete Embryos der anderen Unterart austragen und sie so in buchstäblich letzter Sekunde vor dem Aussterben retten.

Vielleicht werden Jamila oder ihre Tochter eines Tages helfen können, ihre ausgerotteten Verwandten zu retten – so wie ihre eigene Art dem Aussterben noch knapp von der Schippe gesprungen ist.

(Jenny Menzel) Photo Credit: James Temple, CC 2.0

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